Balocco (Italien), 2. September 2010 – Die Motoren heulen teils unglaublich laut auf. Und es stinkt penetrant nach Abgasen, die knatternden Auspuffanlagen, die alles mögliche aber sicher keinen Kat beherbergen, entweichen. Und von oben brennt die Sonne ohne Gnade. Doch der Stimmung der zahlreichen, geladenen Gäste tut dies keinen Abbruch – ganz im Gegenteil: Anlässlich des 100. Firmenjubiläums in diesem Jahr hat Alfa Romeo Vertreter der internationalen Presse auf sein Testgelände ins italienische Balocco geladen, damit sie einmal historische Modelle aus der gesamten Markengeschichte fahren können.
Als ich eintreffe, wuselt bereits eine Heerschar Journalisten um die Fahrzeuge herum und schießt ein Bild nach dem anderen. Das Gedränge wird immer dann besonders groß, wenn sich einer der Italiener in den hellblauen Overalls nähert. Bei diesen Herrschaften handelt es sich um Mechaniker, die mit den Tricks und Tücken der alten Alfas bestens vertraut sind. Zunächst darf man nur in Begleitung einer dieser vier Herren in einen der rund 20 Oldtimer steigen, die extra aus dem Alfa-Romeo-Museum im 70 Kilometer entfernten Arese hergebracht und fahrtüchtig gemacht wurden.
Unter den überwiegend rot lackierten Exponaten stechen zwei flache Flundern in Giftgrün und Zitronengelb hervor. Der 1968 bei Bertone designte Carabo fällt durch spektakuläre Schmetterlingstüren auf und könnte auch in einem Science-Fiction-Film aus jenen Jahren mitspielen. Das 33 Coupé stammt von 1969, wurde von Pininfarina gezeichnet und ist dank Flügeltüren nicht minder eindrucksvoll. Beide haben einen 230 PS starken V8 unter der Haube und sind 260 km/h schnell. Da es sich jedoch um Einzelstücke handelt, die nie in Serie gingen, dürfen wir das nicht in der Praxis überprüfen.
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