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Alles nur gebaut: Filmautos aus Lego

Stephan Sander baut orignielle Picture Cars aus dem bunten Plastik

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Hannover, 13. Januar 2010 – Ob der Pick-up aus "Ein Colt für alle Fälle", der Chevy von der Olsenbande oder der De Lorean aus "Zurück in die Zukunft" – für manche haben die Filmautos inzwischen Kultstatus. Stephan Sander, Systementwickler aus Langenhagen bei Hannover, hat diese Autos und noch viele mehr bei sich zu Hause. Er baut ihre teils geschwungenen Formen nach – aus eckigen original Lego-Steinen.

Ein Toyota bringt Emotionen

"In der Lego-Szene duzen wir uns" ist das Erste, was uns Stephan sagt. Eines der ersten Autos, das er aus Lego-Steinen nachgebaut hat, ist ein Toyota MR2. Als er seinen MR2 verschrotten musste, konnte der ITler den Trennungsschmerz kaum überwinden. Also wurde flugs ein Lego-Modell gebaut. Inzwischen fährt Stephan einen weißen VW Scirocco – die dazugehörige Studie Iroc hat er natürlich auch in Lego verewigt. Insgesamt sind bisher über 35 Automodelle entstanden, davon etwa die Hälfte "Picture Cars", wie Film-Autos auch genannt werden. Stephan legt Wert darauf, dass er nur Autos baut, die er mag – oder aus Filmen, die er mag.

Teurer Spaß

Wenn Stephan von seiner Arbeit als IT-Spezialist beim Rechenzentrum der Sparkasse nach Hause kommt, fängt er an, seine Modelle auszutüfteln. Er abstrahiert die Formen, sucht Steine aus und probiert verschiedene Aufbau-Möglichkeiten durch. Wie lange der Langenhagener an einem Modell sitzt, hängt ganz von seiner Tagesform und seiner Inspiration ab. Sein Jaguar E-Type hat sich "quasi ruck zuck von selbst gebaut". Bei seinem Lieblingsstück, dem De Lorean DMC-12, hat der 39jährige allein in die Fahrzeugfront 14 Tage Arbeit investiert. Um die 500 Teile verbaut der Familienvater in jedem seiner Schmuckstücke. Sein Baumaterial bezieht er aus der ganzen Welt. Viele Steine besorgt er sich in den USA, dort gibt es die Händler-Börse "Brick Link" www.bricklink.com. Die gut sortierten Händler haben sogar Lego-Steine aus den Fünfzigern parat und geben die vorrätigen Stückzahlen an. Je seltener der Stein, desto teurer ist er, die Standardfarben rot, weiß und schwarz sind am billigsten. 150 bis 300 Dollar (zirka 110 bis 220 Euro) investiert Stephan an reinen Materialkosten in jeweils eines seiner Miniatur-Picture-Cars.

100 Prozent Lego

In Stephans Autos kommt nur Lego, nichts anderes, das ist ihm wichtig. Fremdteile oder bemalen, sägen, fräsen und kleben sind verboten. Eine einzige Ausnahme gönnt er sich: Er lässt die von Lego gelieferten Nummernschilder mit den Original-Zulassungsnummern aus den jeweiligen Filmen bedrucken. Allerdings nur mit einer Maschine und nach einem Verfahren, wie es auch von Lego verwendet wird. Für die Stoßstangen benutzt Stephan, wenn nötig, verchromte Lego-Steine. Diese wurden schon vor langer Zeit aus der Produktion genommen, weil ihre Herstellung zu teuer war. Inzwischen bieten findige Tüftler auch von ihnen zu Hause verchromte Lego-Steine an – für Stephan ein absolutes No-Go. Damit wäre der Stein nämlich kein Originalprodukt mehr.

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