Stuttgart, 27. Dezember 2011 – Die umstrittenen Lang-Lkw werden Baden-Württemberg nur als Transitland nutzen können. Die so genannten Gigaliner dürften die für sie freigegebenen Autobahnabschnitte nicht verlassen, erklärte ein Sprecher von Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Mit der Zulassung der über 25 Meter langen Fahrzeuge werde die Straße gegenüber der Schiene gestärkt; Probleme der Riesen-Lastwagen auf Parkplätzen, in engen Industriegebieten und Kreisverkehren seien ungelöst.
Die CDU-geführte Vorgängerregierung in Baden-Württemberg hatte sich noch für den Riesenlaster-Test ausgesprochen. Mitmachen wollen nun Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen, Thüringen, Hessen, Bayern sowie Hamburg. Die Hafenstadt, in der die Sozialdemokraten im Februar die absolute Mehrheit in der Bürgerschaftswahl erringen konnten, ist damit das einzige SPD-geführte Bundesland, in dem die Lang-Lkw fahren dürfen, in Thüringen ist die SPD Juniorpartner von CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht. Da nach Darstellung des Güterkraftverkehrs in der Seeschifffahrt 45-Fuß- oder 48-Fuß-Container an Verbreitung gewinnen, wünschen sich die Spediteure unabhängig vom Feldversuch mit Lang-Lkw eine generelle Erhöhung der Längenbeschränkung für Sattelzüge auf 17,85 Meter.
Baden-Württembergs Wirtschaft steht dem Feldvesuch positiv gegenüber. "Es ist für uns überhaupt nicht erkennbar, warum man sich gegen einen Pilotversuch sträubt", meinte Hans-Jürgen Reichardt von der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart. Der Experte für Industrie und Verkehr sieht vor allem Vorteile für das Klima, denn es könnten ein Drittel der Lastwagen und des Sprits eingespart werden. Wenn Nachteile beim Test deutlich würden, könne ja nachgebessert werden.
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