Hannover, 21. Oktober 2008 – Mit Efficient Dynamics hat BMW es vorgemacht, andere Hersteller wie Audi und VW folgen mittlerweile dem Beispiel der Bayern: Sie wollen die Rückgewinnung von Energie in Brems- und Schubphasen nutzen, um das Bordnetz zu entlasten. Dabei geht es nicht etwa um zusätzliche Energie für einen elektrischen Antrieb, sondern darum, den Motor beim Beschleunigen von Generatoraufgaben weitgehend zu befreien. Das bringt laut BMW rund 2 bis 3 Prozent weniger Verbrauch, und zeigt im Umkehrschluss, wie viel Potenzial in der Optimierung des Bordnetzes schlummert.
Energieknappheit
Dabei kommt der Auslöser für die Entwicklung „intelligenter“ Bordnetze aus einer Ecke, die im engeren Sinne nichts mit Kraftstoffverbrauch zu tun hatte: Immer mehr stromhungrige Verbraucher wie Klimaanlage, Fahrerassistenzsysteme, elektrische Lenkunterstützung etc. haben das 14-Volt-Bordnetz an seine Grenzen getrieben – dafür war es ursprünglich nicht ausgelegt. Bemühungen der Industrie, dieser Problematik durch die Einführung eines 42-Volt-Bordnetzes zu entgehen, sind im Sande verlaufen.
Andererseits gelang es den Entwicklern in der Industrie immer besser, die Bordnetze flexibler zu machen, wie so oft machten sie aus der Not eine Tugend. Sie brachten der Bordelektronik bei, elektrische Energie den verschiedenen Verbrauchern priorisiert und bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen und genauer zu überwachen, in welchem Zustand sich die Batterie befindet – „State of Health“ ist der dafür verwendete Begriff, der nebenbei zum Ausdruck bringt, wie pflegebedürftig eine Starterbatterie ist.
Haushaltsplan
Im Kern geht es also darum, besser mit der Energie zu haushalten. So lässt sich zum Beispiel kurzfristig die Klimatisierung ausschalten, wenn die Energie nicht für alle Verbraucher genügt und wichtigere Funktionen wie Licht oder elektronische Fahrwerksfunktionen abgesichert werden müssen. Im Prinzip stellen sich bei der Auslegung des Bordnetzes zwei Fragen: Wie lässt sich ein wenig Energie zurückgewinnen, um etwas Sprit zu sparen? Und was kann man tun, um bei hoher Bordnetzbelastung die Funktion der Verbraucher sicherzustellen?
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