Hannover, 9. Dezember 2011 – Mein Auto erkennt mich nicht. Ich habe den Quicar-Golf mit dem Kennzeichen H-Q 6116 per Smartphone-App gebucht und eine SMS-Bestätigung bekommen, doch die Tür geht nicht auf. Ich presse meinen Führerschein mit dem Chip-Aufkleber an das Seitenfenster, ich wedele damit herum – nichts passiert.
Na toll. Ich will das Carsharing-Konzept des größten deutschen Autokonzerns testen und scheitere schon am Einsteigen. Die Anmeldung im örtliche Quicar-Shop hatte noch reibungslos funktioniert. Dort klebte mir eine freundliche Mitarbeiterin den Chip auf den Führerschein und ich fühlte mich als Teil der neuen großstädtischen Avantgarde: Autos besitzen ist uncool und teuer, spontan mieten ist die Zukunft. Generation Smartphone statt Generation Golf, App-Fahren statt Raten abzahlen.
Doch jetzt stehe ich vor dem Auto und weiß nicht weiter. Passanten beginnen zu gaffen – bilde ich mir ein. Ich höre auf, mit dem Führerschein zu wedeln, und zücke mein Telefon. Es zeigt eine SMS: "Lieber Kunde, das Quicar steht seit 10:30 bereit. Es muss bis 11.00 Uhr abgeholt werden, danach wird die Reservierung kostenpflichtig storniert."
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