Im Vergleich zum aktuellen Vorgänger UMTS soll das zukünftige LTE-Mobilfunknetz geradezu atemberaubende Download-Geschwindigkeiten von bis zu 300 MBit/s bieten. Dieser Wert ist zwar eher theoretischer Natur, doch wird LTE wohl durchaus auf dem Niveau liegen, das man heute von DSL-Verbindungen gewohnt ist.
Bei der Lizenzvergabe legten die Regulierungsbehörden Wert darauf, dass zunächst ländliche Gegenden versorgt werden, wo eine Versorgung mit fest verlegten Kabeln nicht gegeben ist. Dass LTE auch in den Städten ausgebaut wird, liegt daran, dass Investitionen in eine neue Technik den Anbietern mehr Freude machen, wenn sie möglichst viele Kunden haben. Mittelfristig ist also mit einem gut ausgebauten und schnellen Mobilfunknetz zu rechnen, das auch für Anwendungen im Auto interessant wird.
Alcatel-Lucent zeigt auf der Cebit zusammen mit Audi und anderen Partnern das Konzept "LTE Connected Car", das zeigt, welche Möglichkeiten das schnelle Internet im Auto eröffnet. Dazu gehören Funktionen wie eine "intelligente" Echtzeit-Unterstützung für Navigationssysteme, Video-Streaming und Musik-Downloads – und darüber hinaus natürlich auch weniger geschwindigkeitskritische Anwendungen wie Web-Browser, E-Mail oder Car2X-Dienste.
Audi will "in absehbarer Zeit" LTE ins Fahrzeug bringen, vermutlich zunächst in einem A8 wie dem Testfahrzeug, in dem die Technik auf der Cebit präsentiert wird. Außer den erwähnten Funktionen fungiert der A8 sogar als Hotspot, der bis zu acht Geräten Zugang zum Internet gewährt. Laut Alcatel-Manager bietet das Auto als LTE-"Endgerät" optimale Voraussetzungen: Selbst bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h soll eine Downloadgeschwindigkeit von 20 bis 25 MBit/s möglich sein, bei langsamer Fahrt seien es sogar 40 MBit.
Dass diese Geschwindigkeiten allzu bald erreicht werden, erscheint zwar unwahrscheinlich. Doch der flächendeckende Ausbau mit schnellem Mobilfunk-Internet dürfte dazu führen, dass sich der gewohnte Nutzen des Internet-Zugangs recht schnell im Auto durchsetzt. Als einer der Vorreiter in kleineren Fahrzeugklassen kann Ford gelten: Mit viel Aufwand präsentiert das Unternehmen auf der Cebit sein Sync-System, das im neuen Focus verbaut ist. Sync ist zwar noch auf ein per USB angebundenes Endgerät angewiesen, um Verbindung zum Internet zu bekommen. Diese Verbindung kann es dann aber per WLAN-Hotspot immerhin anderen Mitfahrern im Auto zur Verfügung stellen.
(ggo)
Permalink: http://heise.de/-1199564