09.07.2012 Conti liefert das Multimedia-System für den Fiat 500 L
Das Multimedia-Frontend im Fiat 500 L kommt von Conti.
Es ist eine eher unscheinbare Meldung, die aber über einen bemerkenswerten Erfolg berichtet: Der Automobilzulieferer Continental liefert das Multimediasystem, welches im neuen Fiat 500L verbaut wird. Das System geht in der Basisvariante ab Juli 2012 in Serie. Später soll die "Headunit" auch in weiteren Modellen von Fiat und Chrysler angeboten werden.
Als Betriebssystem des Geräts dient Windows Embedded Automotive von Microsoft, die Bedienoberfläche haben Fiat und Conti gemeinsam entwickelt. Der Zulieferer befindet sich dabei in einer Doppelrolle: Erstens produziert Continental das Gerät in seiner Funktion als Zulieferer am europäischen Standort im tschechischen Brandys und später zusätzlich am mexikanischen Continental-Standort in Nogales. Zweitens hat er nach Vorgaben des Automobilbauers das Design der HMI entwickelt, tritt also in diesem Bereich als Entwicklungsdienstleister auf. Conti ist schon seit Jahre auf Werbetour, um die Fähigkeiten des Unternehmens als HMI-Entwickler zu demonstrieren, das Unternehmen leistet sich zum Beispiel auch ein eigenes HMI-Labor, in dem es mit Simulatoren und Feldtests die Bedienbarkeit verschiedenster Funktionen innerhalb des Autos testet.
Dort ist es unauffällig integriert, soll aber zukünftig auch für andere Fahrzeuge des Konzerns eingesetzt werden.
Diese Doppelrolle ist insofern interessant, als Fiat sich auch damit hätte begnügen können, nur die Hardware bei Continental zu bestellen, um die Programmierung der HMI selber zu machen. Dass Fiat offenbar auf die Kompetenz von Conti setzt, wird man dort mit großer Befriedigung zur Kenntnis genommen haben. Dies erlaubt es dem Unternehmen, Trends in der Fahrzeugbedienung mitzuentwickeln, anstatt nur ein Stück Hardware zu liefern, dem der OEM dann die "Intelligenz" einpflanzt.
Die Basisvariante wird – das überrascht ein wenig – zunächst keine Verbindung zum Internet haben, einzige Kommunikationsschnittstelle nach außen ist ein USB-Anschluss, über den vermutlich auch Updates geladen werden können. Im Alltag dient USB dazu, Musikquellen anzuschließen – alternativ geht das auch über Bluetooth oder wie in alten Zeiten über "Aux". Das Multimedia-System bietet auch die bei Fiat schon länger bekannte eco:Drive-Funktion, mit der sich die Fahrweise analysieren lässt, um dem Fahrer Tipps zum sparsamen Fahren zu geben. Fahrzeugseitig hat das Gerät über die üblichen Audio-Schnittstellen hinaus eine CAN-Anbindung, die allein schon für eco:Drive Voraussetzung ist, denn das System benötigt ja Informationen über Beschleunigung, Verzögerung, Gangwechsel und Reisegeschwindigkeit.
Die fehlende Internetanbindung der ersten Generation wirkt erfrischend konservativ. Dabei wird es aber kaum bleiben, speziell der nordamerikanische Markt wird sie schnell fordern. Es wird allerdings kein Problem sein, diese Funktion über ein zusätzliches Kommunikationsmodul samt Außenantenne zur Verfügung zu stellen.
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