Ingolstadt, 16. November 2009 – Die Marke DKW mit ihren knatternden Zweitaktern ist vielen noch lebhaft in Erinnerung, aber wenn die Rede auf den DKW GT Malzoni kommt, müssen die meisten passen. Das ist auch kein Wunder: Lediglich 35 Stück des eleganten Sportcoupés wurden in den 1960er-Jahren gebaut – und zwar in Brasilien. Jetzt hat eines davon den Weg nach Ingolstadt geschafft.
Die Geschichte des DKW GT Malzoni beginnt im Jahr 1962: Genaro "Rino" Malzoni, Sohn eines reichen Landwirts, wollte seinerzeit mit einem schicken Wagen die Damenwelt Sao Paulos beeindrucken. Offenbar gefiel ihm das vorhandene Auto-Angebot nicht, denn er entwarf sein eigenes Coupé. Im Design orientierte sich Malzoni an italienischen Vorbildern – mit Erfolg: Die Linienführung kann sich auch heute noch sehen lassen. Die Karosserie wurde aus Kunststoff gefertigt, wodurch das Fahrzeug besonders leicht wurde. Das war auch nötig, denn unter der Haube verrichtete ein 60 PS starker Zweitakter-Dreizylinder seine Arbeit. Er stammte ursprünglich aus dem deutschen DKW 3=6, wo er 38 PS leistete. Schließlich weckte Malzonis Wagen das Interesse des brasilianischen Lizenznehmers der damaligen Auto Union, der DKW Vemag, die ihren Sitz gleichfalls in Sao Paulo hatte. Das Ergebnis der Zusammenarbeit war jene Kleinserie von 35 Exemplaren, die allesamt die vier Ringe im Kühlergrill trugen.
Schnell erkannten Rennfahrer das Potenzial des GT Malzoni. Tuner holten über 100 PS aus dem Zweitakter und trieben den DKW über die magische 200-km/h-Grenze. Zum Mythos wurde das Auto im Jahr 1966: Bei den 1000 Meilen von Interlagos führt ein DKW Malzoni bis drei Runden vor Schluss gegen überlegene Konkurrenz. Erst ein unplanmäßiger Boxenstopp wirft den Wagen auf Platz drei zurück. Einer der Fahrer war Emerson Fittipaldi, der später Formel-1-Weltmeister wurde. Der einzige DKW GT Malzoni in Europa kann vom 17. bis zum 30. November 2009 im Audi-Museum in Ingolstadt besichtigt werden, zudem soll er 2010 bei diversen Oldtimerveranstaltungen gezeigt werden.
(rhi)
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