Kopenhagen (Dänemark), 31. März 2008 – „Ein Königreich für ein Elektroauto“ – so viel sollte ein abgasfrei fahrendes Vehikel wohl nicht kosten, wenn es eine Chance haben will, sich gegen seine Artgenossen mit Verbrennungsmotor durchzusetzen. Doch Dänemark könnte schon bald die europäische Vorreiterrolle bei Elektroautos einnehmen: Der dänische Energiekonzern Dong Energy und das US-Unternehmen Project Better Place haben gemeinsam verkündet, das Projekt bereits im nächsten Jahr zu starten. In dem Jahr findet auch der UN-Klimagipfel in Kopenhagen statt.
Der Plan sieht vor, dass die beiden Firmen gemeinsam den Aufbau und den Betrieb der erforderlichen Infrastruktur in Dänemark mit speziellen Lade- und Batteriewechselstationen aufbauen. Durch Strom aus Windkraftanlagen sollen die örtlichen Ressourcen optimal genutzt werden. Im Land werden momentan etwa 20 Prozent des Energiebedarfs aus Windkraft gedeckt, womit Dänemark eines der führenden Länder auf diesem Gebiet ist. Da die Autos zumeist nachts aufgeladen werden könnten, wenn der Stromverbrauch am niedrigsten ist, sei dies ein idealer Verwendungszweck des Windstroms, dessen produzierte Menge von den Wetterverhältnissen und nicht vom tatsächlichen Bedarf abhänge, freut sich der Chef von Dong Energy in Dänemark, Anders Eldrup.
Zudem stellt die dänische Regierung Käufern von Elektroautos Steuervergünstigungen in Aussicht, was angesichts der gesalzenen Preise für Neuwagen mit Verbrennungsmotor für viele Bewohner eine große Erleichterung wäre: Zurzeit müssen die Dänen beim Kauf eines neuen Autos über die Mehrwertsteuer von 25 Prozent hinaus eine Abgabe von 180 Prozent des Anschaffungspreises bezahlen.
Ab Mitte 2011 sollen für das Projekt neu konstruierte Renault-Modelle mit reinem Elektroantrieb erhältlich sein. Die abgasfreien Fahrzeuge werden laut Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn "Fahrspaß bereiten". Sie besitzen Lithium-Ionen-Akkus, die zusammen mit dem Allianzpartner Nissan und dem japanischen Batteriehersteller NEC entwickelt werden.
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