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Der V8-Motor

Die Geschichte und Technik des doppelten Vierzylinders

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Stuttgart, 20. Dezember 2011 – Zu Beginn der Massenautomobilität sah es schon ähnlich aus wie heute: Basic Motoring bedeutete meistens: Reihenvierzylinder, und wir brauchen nur ein einziges Auto, um diese These zu belegen: Fords Model T, die Tin Lizzie. Und heute wie damals lag es nahe, für mehr Motorleistung auch mehr Motoren irgendwie zusammenzubauen. Das ist auch schon die Grundidee eines V8-Motors: zwei Vierzylinderköpfe strecken sich in einem für den Massenausgleich geometrisch günstigen Winkel von einer gemeinsamen Kurbelwelle weg. Wer denkt, das ist eine unzulässige Vereinfachung, sei auf die V8-Motoren von Radical verwiesen. Die bestehen aus je zwei Reihenvierzylindern des Autobahnrasermotorrads Suzuki Hayabusa und teilen sich deshalb mit diesem japanischen Motor eine ganze Reihe der wichtigsten Funktionsteile. Radicals eigene Entwicklungsarbeit lag damit hauptsächlich im neuen Kurbelgehäuse mit Trockensumpf. Ähnlich geht es bei großen Herstellern zu, denn je mehr gleiche Teile die einzelnen Modelle verwenden können, umso günstiger ist das für die Produktion.

Genesis

Schon der erste V8 entstand aus demselben Grund wie aktuelle Exemplare: günstig und leicht viel Leistung erzeugen. Bereits im Jahre 1902 erhielt der französische Ingenieur Léon Levavasseur ein Patent auf den wohl ersten V8-Motor, der für Schnellboote und Flugzeuge eingesetzt wurde. Das wahrscheinlich erste Auto mit V8-Motor schrieb sich ein Jahr später in die Geschichtsbücher, als der französiche Hersteller "Ader" mit dieser Konfiguration am Rennen Paris-Madrid teilnahm. Richtiggehend modern wurde es 1905 mit einem V8 von Rolls-Royce. Die Firma hatte es sich damals in den Kopf gesetzt, mit den Elektroautos zu konkurrieren, die zu dieser Zeit für innerstädtischen Transport beliebt waren. Dazu musste ihr Motorwagen leise, vibrationsarm und rauchfrei sein. Ihre Lösung war sehr weitblickend: Ein sämig laufender V8, der statt der für Verbrenner damals üblichen Verlustschmierung eine Druckumlaufschmierung einsetzte, damit es nicht blau rauchte. Um auch den Look der urbanen Elektroautos zu imitieren, hängten die Techniker diese Maschine sehr tief in den Wagen ein. In der Karosserievariante "Landaulet par Excellence" saß der Fahrer zum Beispiel ganz vorne direkt über dem Motor. Oder besser: sollte sitzen, denn "par Excellence" wurde nie gebaut.

Abgeregelt

Das einzige verkaufte Exemplar dieses ersten V8-Vorstoßes von Roll-Royce war nämlich die "Legalimit"-Variante, ein offenes Fahrzeug mit Sitzen hinter dem Motor. Ihren Namen verdankte sie einer weiteren weit vorausschauenden Technik, sie war nämlich auf ein Spitzentempo abgeregelt – nicht auf die heute üblichen 250 km/h, sondern auf 20 Meilen pro Stunde (gut 30 km/h), denn das war 1905 die gesetzliche Höchstgeschwindigkeit auf den Straßen Großbritanniens.

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