Vom Marketing verwässert
So weit, so gut. Doch nun kommt der Hammer: Mercedes verlangt für sein BlueEfficiency-Paket 467 Euro Aufpreis. VW will beim Golf BlueMotion 200 Euro zusätzlich. Sind die stetigen Beteuerungen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes nur Luftblasen? Wollen die Automanager – das massive Blue-Marketing deutet in diese Richtung – mit den sparsamen Modellen vor allem ein Zusatzgeschäft machen? Zwar hört man bei Mercedes, dass man bewusst zunächst die Volumenmodelle mit der Spritspar-Technik ausstattet. Der Ansatz ist sicher richtig, doch mit der Aufpreispolitik wird das löbliche Vorhaben verwässert.
Blau gehört in die Serie
Wie es sein soll, zeigen die Weiß-Blauen – und das trotz der bayerischen Verbundenheit zur Farbe blau ganz ohne „blue“: Das bereits erwähnte Efficient-Dynamics-Paket, das übrigens mit Start-Stopp-System und Energie-Rückgewinnung umfangreicher und aufwändiger ist als bei der Konkurrenz, ist hier serienmäßig – oder eben in einigen Modellen (noch) nicht verfügbar. Entweder ganz oder gar nicht – Konsequenz zeichnet die Bayern ja auch in anderen Bereichen wie etwa dem Heckantrieb in allen Baureihen oder den superben Sechszylinder-Reihenmotoren aus.
„Blaue Umweltmodelle“ in der Preisliste nützen vor allem dem Marketing. Nur wenn die sparsamen Modelle auch verkauft werden, können sie zu einer Reduzierung des globalen CO2-Ausstoßes führen. Sparsame Sondermodelle gegen Aufpreis sind dabei kontraproduktiv. Für das Zusatzgeschäft können die Kaufleute von mir aus gerne ein sportliches Modell mit kurzer Übersetzung und breiteren Reifen auflegen, mit entsprechendem Aufpreis für den Shareholder Value – und ein passender Name ist sicher schnell gefunden. (Rüdiger Baun)
(ggo)
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