Hannover, 4. April 2011 – Die EU-Kommission hat ihr Weißbuch "Verkehr 2050 – Fahrplan zu einem vernetzten Europa" vorgestellt, in dem sie ihre Vorstellungen für den zukünftigen Verkehr darstellt. Die EU-Politiker sehen den Verkehr als Grundlage der Wirtschaft und Gesellschaft in Europa. Verkehr sei die Voraussetzung für Wachstum.
Europa stehe aber derzeit am Scheideweg. Erdöl werde knapper und zunehmend aus unsicheren Quellen bezogen. Zwar habe es zum Beispiel bei der Entwicklung von effizienten Antrieben Fortschritte gegeben, doch der Verkehr hänge nach wie vor zu 96 Prozent vom Erdöl ab. Chancen, daran etwas zu ändern, sieht die EU-Kommission vor allem durch eine "intelligentere" Organisation der Verkehrsinfrastruktur. Der auf 2050 ausgelegte "Fahrplan" im Weißbuch konzentriert sich auf den innerstädtischen Verkehr und den Personen- und Güterverkehr auf Entfernungen über 300 Kilometer.
Die EU-Kommission will Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor aus den Innenstädten verbannen. 50 Prozent des Personen- und Güterverkehrs sollen bis zum Jahr 2050 auf Eisenbahn und Schiffe verlagert werden. Zudem soll idealerweise eine "nahtlose Vernetzung" zwischen Straßen-, Schienen-, Luft- und Seeverkehr geschaffen werden, um diese Art der Beförderung zu vereinfachen. 30 Prozent des Straßengüterverkehrs über 300 Kilometer sollen bis zum Jahr 2030 auf andere Verkehrsmittel wie Eisenbahn oder Schiff verlagert werden, bis 2050 soll der Anteil mehr als 50 Prozent betragen.
Den Individualverkehr will die Kommission vorzugsweise auf die letzten Kilometer einer Strecke verlagern, zudem soll er in umweltfreundlichen Fahrzeugen stattfinden. Es sollen aber auch neue Motorentechnologien, Kraftstoffe und Verkehrsmanagementsysteme gefördert werden. Im Stadtverkehr will die Kommission bereits bis 2030 die Anzahl mit konventionellem Kraftstoff betriebener Autos halbiert sehen. In größeren Städten ist es sogar das Ziel, eine praktisch CO2-freie "Stadtlogistik" zu schaffen.
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