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heise Autos > Kurzmeldungen

10.07.2008 Elektroautos für Portugal

Renault-Nissan und die portugiesische Regierung haben am Mittwoch ein Abkommen zur „Förderung der emissionsfreien Mobilität“ in Portugal unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht demnach vor, dass Renault-Nissan ab 2011 Serienfahrzeuge mit Elektroantrieb in Portugal vertreiben wird.

Die portugiesische Regierung soll laut Vereinbarung untersuchen, welche Bedingungen zu schaffen sind, um emissionsfreie Fahrzeuge für Kunden attraktiv zu machen, welche Infrastrukturen und Partnerorganisationen erforderlich sind, um eine landesweites Netz von Ladestationen zu etablieren und welche Kommunikationsmaßnahmen am effektivsten sind, um das Bewusstsein für Elektrofahrzeuge zu schärfen.

Portugals Premierminister José Sócrates sagte dazu: „Portugal ist eines der führenden Länder bei erneuerbaren Energien geworden. Durch das Abkommen mit der Renault-Nissan Allianz gelangt Portugal auch auf dem Gebiet der nachhaltigen Mobilität mit emissionsfreien Fahrzeugen in die erste Reihe“. Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn glaubt, dass angesichts der steigenden Ölpreise und der Sorgen um CO2-Emissionen „die endgültige Lösung für eine nachhaltige Lösung im flächendeckenden Einsatz emissionsfreier Fahrzeuge besteht“.

Nach Israel und Dänemark ist Portugal nun das dritte Land, in dem Renault-Nissan Elektrofahrzeuge etablieren möchte. Dabei gibt es allerdings einen auffälligen Unterschied: Während in beiden Ländern das US-Unternehmen „Project Better Place“ für die Infrastruktur sorgen soll, bleibt in Portugal die Frage vorläufig offen, wer das Netz von Ladestationen aufbaut oder wie die Infrastruktur aussehen wird. Medienberichte, nach denen sich Portugal ebenfalls mit Better Place einig ist, bestätigen sich vorläufig nicht.

Erst vor einigen Wochen hatte Wolfgang Steiger, Chef der Antriebsforschung bei Volkswagen, in einem Interview angezweifelt, dass die Pläne für ein Netz von Akku-Lade- und Tauschstationen ohne Weiteres umzusetzen seien. Der Tausch von Batterien scheitere wahrscheinlich an relativ einfachen Problemen wie ihrem hohen Gewicht oder der Schwierigkeit, im Alltagsbetrieb 400 Volt zu trennen.

In Portugal sind die Voraussetzungen für die Nutzung von Sonnenenergie naturgemäß günstig. Nun wird es interessant zu beobachten, ob die portugiesische Regierung neue Ansätze für die „Betankung“ der Elektrofahrzeuge findet, oder sich wie zunächst berichtet für eine Zusammenarbeit mit Project Better Place entscheidet. Dass Renault-Nissan hierzu nichts zu sagen hat, ist zumindest überraschend.

(ggo)

Permalink: http://heise.de/-475975

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