Hannover, 21. Dezember 2010 – Das aktuelle Winterwetter behindert den Verkehr auf deutschen Straßen erheblich. Insbesondere liegengebliebene Lkw sorgen immer wieder für kilometerlange Staus auf Autobahnen. Politiker, Vertreter von Verbänden und Polizei streiten nun darum, wie der momentanen Krise am besten beizukommen ist. Die Forderungen reichen von einer Schneekettenpflicht über Fahrverbote bis hin zu einem Tempolimit für Lkw.
Uwe Beckmeyer, Verkehrsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, spricht sich für eine Schneekettenpflicht aus: „Ich halte eine Schneekettenpflicht bei Lkw für sinnvoll. Es kann nicht sein, dass liegengebliebene Lkw im Winter die Autobahnen verstopfen“, sagte er der Westdeutsche Allgemeinen Zeitung (WAZ). Dem stimmte auch Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender der SPD in Nordrhein-Westfalen, zu: „Ich halte viel von einer Schneekettenpflicht. Es kann nicht sein, dass alle Verkehrsteilnehmer unter quer stehenden Lkw leiden.“ Und auch Winfried Hermann, verkehrspolitische Sprecher der Grünen, plädiert für eine Verordnung, nach der Lkw-Fahrer Schneeketten dabeihaben müssten.
Von dieser Forderung hält der Automobilclub Europa (ACE) wenig. ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner: „Wer jetzt ersatzweise Schneeketten für Lkw fordert, muss zuvor die Methoden der Räum- und Streudienste radikal verändern.“ Schneeketten funktionieren nur auf einer festgefahrenen Schneedecke. Was zur Folge hätte, dass der Schnee liegen gelassen werden müsse. „Andernfalls machen die Ketten den Asphalt kaputt und der Asphalt macht die Ketten kaputt“, so Hillgärtner. Schnee, der nicht geräumt wird, behindert allerdings all jene, die keine Schneeketten aufgezogen haben.
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