Schwächelnde Verkäufe und hohe Materialpreise machen Ford in Europa zu schaffen. Im vergangenen Jahr hat der US-Autobauer auf dem von Schuldenkrise und Rezessionsängsten geplagten Kontinent operativ 27 Millionen Dollar (derzeit 21 Millionen Euro) verloren. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte ging es abwärts. Vor einem Jahr hatte Ford hier noch 182 Millionen Dollar verdient.
"Wir wissen, dass Herausforderungen vor uns liegen, es gibt aber auch Chancen", sagte Konzernchef Alan Mulally am Firmensitz in Dearborn nahe Detroit. Branchenexperten und die Auto-Konzerne selbst rechnen damit, dass in Westeuropa angesichts der wirtschaftlichen Probleme 2012 weniger Autos als zuvor verkauft werden. Dagegen soll das Geschäft in Nordamerika und China weiter anziehen.
Dank guter Verkäufe in Nordamerika schrieb Ford im vergangenen Jahr dennoch schwarze zahlen. Der Umsatz kletterte um 13 Prozent auf 136,3 Milliarden Dollar. Dabei ist die zwischenzeitlich verkaufte schwedische Tochter Volvo herausgerechnet. Der Gewinn schoss auf 20,2 Milliarden Dollar hoch – mehr als drei Mal soviel wie im Vorjahr. Das lag allerdings vor allem an einem Steuereffekt. Operativ stieg der Ford-Gewinn auf Jahressicht um 6 Prozent.
Asien erwies sich im vergangenen Jahr als zusätzlicher Bremsklotz. Die Überschwemmungen in Thailand hatten zu Produktionsausfällen geführt. Wie in Europa lief auch hier im Schlussquartal und im Gesamtjahr 2011 ein Verlust auf.
Ford hat ein Comeback hinter sich: Der Konzern stand am Abgrund, ehe der ehemalige Boeing-Manager Mulally 2006 antrat und das Steuer herumriss. Während die beiden heimischen Rivalen GM und Chrysler im Krisenjahr 2009 pleitegingen und vom Staat gerettet werden mussten, überlebte Ford aus eigener Kraft. Mulallys Ziel ist es, Ford in die Topliga der Autobauer zu führen. Die Verkäufe sollen bis 2015 auf rund 8 Millionen Autos jährlich steigen. Ford verkaufte im vergangenen Jahr weltweit 5,7 Millionen Autos, das waren 400.000 mehr als 2010.(dpa)
(ssu)
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