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heise Autos > News > Messeberichte

Fragen an Daimler-Chef Dieter Zetsche

Round-Table-Gespräch mit Dieter Zetsche auf dem Genfer Autosalon 2010

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Genf (Schweiz), 8. März 2010 – Im Rahmen des 80. Genfer Autosalon haben wir uns mit Daimler-Chef Dieter Zetsche zu einem Round-Table-Gespräch getroffen, um mehr über die Zukunft des Herstellers zu erfahren. Wir erfahren etwas über Allianz- und Kompaktwagen-Pläne, die Position der Marke Mercedes in China und das Formel-1-Engagement mit Michael Schumacher und Ross Brawn.

Herr Dr. Zetsche, die Toyota-Probleme mit anschließender umfassender Rückrufaktion sind in aller Munde. Was sagen Sie zu diesem Thema?
Wir hegen da keine Häme für Toyota. Qualitätsmanagement besteht im Umgang mit Wahrscheinlichkeiten. Das Ziel muss sein, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Problem auftritt, immer weiter zu reduzieren. In diesem Sinne haben wir uns immer weiter verbessert. Aber es kann kein Hersteller sagen, auch wir nicht, dass so etwas wie bei Toyota nicht passieren kann. Hinsichtlich der speziellen Toyota-Problematik mit dem klemmenden Gaspedal haben wir bei Mercedes schon seit längerem ein Sicherungssystem eingebaut: Findet beim Gasgeben eine Bremsbelastung von mindestens 20 Prozent statt, wird das Gaspedal deaktiviert. Ein generelles Statement, dass wir über den Dingen stehen, wäre aber vermessen.

Daimler möchte mehr im Kleinwagen-Geschäft mitmischen. Dazu wird auch an Kooperationen gedacht. Welche Kooperationen stehen da zur Debatte, und um welche Modelle geht es?
Wir werden kleine Fahrzeuge bauen. Die Frage lautet: Ist es eins oder sind es mehrere und gibt es bei anderen Herstellern Volumina, mit denen wir das in Verbindung bringen können. Wir sprechen aber auch über Chancen, die darüber hinaus gehen könnten. So geht es beim möglichen Allianzpartner Renault zum Beispiel darum, ob man bei Aggregaten, die unter unseren Motoren-Baureihen angesiedelt sind, Gemeinsamkeiten finden kann.

Wird man sich bei Daimler in Zukunft unterhalb von A- und B-Klasse breiter aufstellen?
Das ist ein Fakt. Wir arbeiten an vier verschiedenen Nachfolgemodellen von A- und B-Klasse. Im Jahre 2011 werden wir mit der Markteinführung dieser Modelle beginnen.

Können Sie uns etwas mehr sagen zu der gerade angekündigten Kooperation mit dem chinesischen Autohersteller BYD?
China hat 1,5 Milliarden Einwohner. Immer mehr Menschen dort wollen ein eigenes Auto. Bei diesen Stückzahlen ist es schlechterdings kaum vorstellbar, dass hier auch nur die Versorgung mit fossilen Brennstoffen sichergestellt sein könnte. Somit ist es eine ganz klare Herausforderung für China, einen Weg in neue Technologien zu finden. Nach heutiger Kenntnis heißt diese Technologie „Elektrofahrzeug“. Vor diesem Hintergrund ist BYD der kompetenteste chinesische Spieler auf diesem Feld – schließlich hat BYD mal als Batterie-Hersteller angefangen. Wir nehmen für uns in Anspruch, dass wir auf dem Weg zur Produktion von elektrischen Fahrzeugen generell eine führende Position einnehmen. In Kombination dieser beiden Stärken, wollen wir für China ein bezahlbares Elektroauto entwickeln. Dies wäre sowohl für China als auch für die beiden Unternehmen von Vorteil. Außerdem reden wir hier von einer neuen Qualität der Zusammenarbeit, da sich bisherige Kooperationen von europäischen und chinesischen Herstellern immer auf eine reine Lizenz-Vergabe beschränkten.

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