Wie steht es in diesem Zusammenhang mit Maybach und der R-Klasse?
Bei Maybach haben wir einen sehr attraktiven Deckungsbeitrag pro Auto. Das hat nichts damit zu tun, was man in der Vergangenheit investiert hat. Was das Heute angeht, macht es wirtschaftlich Sinn, Maybachs weiter zu verkaufen. Hinsichtlich der R-Klasse stehen wir relativ kurz vor einem sehr nennenswerten Facelift. Wir werden dann erstmal sehen, was dieses Facelift für ein zusätzliches Moment in den Markt bringt. In Bezug auf eine neue R-Klasse-Generation wird der Wagen aber keine eigene Plattform mehr bekommen. Das heißt: Vom Portfolio-Ansatz her würde ein Nachfolger ein anderer Wagen sein.
Welches Risiko gehen Sie mit Ihrem Formel-1-Engagement ein? Müssen Sie mit diesem Dream-Team aus Ross Brawn und Michael Schumacher unbedingt gewinnen?
Zunächst muss man mal sagen: Wenn Sie beim Sport das Ergebnis voraussagen könnten, würde niemand mehr Interesse haben, zuzugucken. Wenn Sie also am Sport teilnehmen wollen, müssen Sie das Risiko einkalkulieren, nicht zu gewinnen. Außerdem gibt es ja nicht nur Gewinnen und Verlieren sondern auch noch eine ganze Bandbreite dazwischen. Wir haben die Zutaten zu einer exzellenten Speise. Da ist „The Formula One Super Brain“ Ross Brawn, da sind Michael Schumacher und das Talent Nico Rosberg. Zudem müssen wir uns mit unserer Motorsport-Geschichte und mit unserem zuverlässigen Motor nicht verstecken. Das ist sicher eine tolle Rezeptur. Wir müssen nicht gleich gewinnen, aber wir müssen erkennbar dazu in der Lage sein. Wenn wir in zwei oder drei Jahren erfolgreich sind, würde uns das freuen. Wir haben jetzt auch ein Geschäftssystem, in dem wir mit dem Mercedes-Formel-1-Team profitabel sein werden. Wir sehen das zwar nicht dogmatisch, hinterfragen ständig alles, aber unter diesen Voraussetzungen ist ein Formel-1-Ausstieg unsererseits sehr, sehr unwahrscheinlich.
Sieht der neue Mercedes CLS wie die hier in Genf vorgestellte Studie F800 Style aus?
Wir haben unsere Forschungs-Fahrzeuge immer in einem Design vorgestellt, das Hinweise auf die Formgebung der zukünftigen Fahrzeug-Generationen gibt. Was Sie hier in Genf sehen, ist ein sehr deutlicher Hinweis auf unsere neue gesamte Design-Strategie mit klarer Struktur für die verschiedenen Modell-Varianten wie Coupés und Limousinen.
Herr Dr. Zetsche, wir danken Ihnen für das Gespräch.
(ghe)
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