Bâillon-sur-Seine, 1. April 2008 – Der französische Entwicklungsdienstleister Connerie macht mit einem neuen Motorenkonzept auf sich aufmerksam. Hintergrund ist die Entscheidung des Unternehmens, heutige Motorentechnik auf ihre Eignung für zukünftige Hybridtechnik zu untersuchen. Die Ausgangsfrage für die Entwickler: Wie muss ein Verbrennungsmotor konstruiert werden, wenn man die aktuellen Trends bei Downsizing sowie Hybrid- und Getriebetechnik konsequent in seine Überlegungen einbezieht?
Bei der Ideenfindung durfte das siebenköpfige Team unter Leitung von Dr. Ian Baloney seinen Gedanken freien Lauf lassen: Wäre es zum Beispiel sinnvoll, das schon fast verblichene Prinzip der Zylinderabschaltung wieder aufzugreifen? Ist möglicherweise das Konzept des Doppelkupplungsgetriebes (DKG), bei dem es zwei quasi autonome Getriebehälften gibt, auf die Konstruktion eines Verbrennungsmotors übertragbar? Kann eine neue Motorbauform vielleicht sogar dazu beitragen, die Vorteile von seriellem und Parallelhybrid in einem Antrieb zu vereinen?
Motorenhochzeit
Das Ergebnis der Gedankenspiele verblüfft: eine Motorenbauweise, die äußerlich einem V6 ähnelt, bei der jedoch beide Zylinderreihen über eine eigene Kurbelwelle und einen eigenen Getriebeausgang verfügen – also im Grunde zwei 3-Zylinder-Reihenmotoren in einem Gehäuse. Die Idee besteht darin, das Drehmoment der beiden „Motorenhälften“ auf die Getriebehälften eines Doppelkupplungsgetriebes aufzuteilen. Mit anderen Worten: Zylinderreihe 1 bedient die Gänge 1, 3 und 5, Zylinderreihe 2 ist für die Gänge 2, 4 und 6 zuständig.
Was zunächst abwegig klingt, hat bei näherer Betrachtung handfeste Vorteile. Die drei aktiven Zylinder arbeiten in einem höheren Lastbereich, was wegen geringerer Drosselverluste einen effizienteren Betrieb ermöglicht. Zudem haben beide Zylinderreihen einen gemeinsamen Kühl- und Ölkreislauf, so dass bei längerer Konstantfahrt die untätige Zylinderreihe nicht übermäßig auskühlt. Beim ersten Testaufbau der Franzosen entwickelt übrigens jede Motorenhälfte – jeweils mit 0,9 Liter Hubraum – eine Leistung von rund 50 kW, das Drehmoment soll dank langhubiger Auslegung und einfacher Turbolaufladung im Bereich von 180 Nm liegen.
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