Bei BMW war man sich von Anfang an im Klaren, dass mit der Motorsport GmbH Geld verdient werden müsste. Und dies schaffte man nicht nur durch sportlich führende Autos. "Wir haben auch als Erste mit Merchandising begonnen, den Kunden Jacken und andere Accessoires verkauft", sagt uns Neerpasch, der übrigens von Bob Lutz von Ford zu BMW geholt wurde. Aber das Hauptgeschäft entwickelte sich immer besser: 1987 läuft der erste M5 aus, im August 1988 kommt der Nachfolger: Front- und Heckschürze sind zur Auftriebsreduktion da, wurden aber ebenso wie die Seitenschweller zurückhaltend gezeichnet. Auffällig sind noch am ehesten die für damalige Zeiten großen 17-Zoll-Räder und die üppig dimensionierten Endrohre. Fahrer und Beifahrer sitzen jetzt in Sportsitzen und die Rückbank wartet mit ausgeformten Einzelsitzen auf – in den M5 (E34) der zweiten Generation passen ganz offiziell maximal vier Passagiere. Eine feste Armlehne mit Schublade nimmt den Mittelplatz im Fond ein.
Auch der zweite M5 wird wieder von einem Reihen-Sechszylinder angetrieben. Aber der Motor des Vorgängers ist infolge einer grundlegenden Überarbeitung kaum wiederzuerkennen: Nach einer Hubraumerhöhung von 3453 auf 3535 Kubikzentimeter liegen jetzt 315 PS an. Und den Wagen gibt es mit einem Katalysator – die Abgasanlage des Zwölfzylinder-BMW 750i macht in angepasster Form auch im M5 ihren Job. Zu den sportlichen M-Tugenden der Limousine kommt vor allen Dingen ein ausgesucht angenehmer Motor-Klang. Bei höheren Drehzahlen oder wenn man vom Gas geht, ist ein wohl definiertes Grollen zu hören – einer der schönsten Klänge im M-Konzert. Und die 17-Zoll-Räder waren übrigens eine technische Notwendigkeit: Nur so konnte die Bremsanlage mit 315-Millimeter-Scheiben vorn und 302-Millimeter-Scheiben hinten untergebracht werden. In 6,3 Sekunden ist der M5 auf 100 km/h, bei 250 km/h wird elektronisch abgeregelt – theoretisch wären 270 km/h drin.
Auch der M5 der zweiten Generation wird wieder von Hand gebaut – inzwischen ist die Belegschaft der Motorsport GmbH von 100 auf 370 Mitarbeiter gewachsen. "Angefangen haben wir zu dritt.", so Jochen Neerpasch. Für den Wagen will BMW 98.800 Mark haben – die erste Jahresproduktion von 1900 Fahrzeugen ist bereits kurz nach der Neuvorstellung ausverkauft. 1991 verpassen die Ingenieure dem M5 ein Motorupdate – bis zu diesem Zeitpunkt wurden bereits 8079 neue M5 verkauft. 3,8 Liter Hubraum sind jetzt für 340 PS gut – eine Leistungssteigerung um 25 PS. So gerüstet ist der Sprint von null auf 100 km/h in 5,9 Sekunden abgehakt. 300 der maximal 400 Nm Drehmoment liegen bereits ab 1800 U/min an. Den Biss spüre ich auf der Rennstrecke – im Vergleich zur ersten Generation zeigt der neue M5 wieder eine enorme Weiterentwicklung. Auch das Fahrwerk beeindruckt mit elektronischer Dämpfer-Kontrolle. Optional gibt es ein "Nürburgring-Fahrwerkspaket" mit stärkeren Stabilisatoren im Heck, einer sportlicheren Servolenkung und einer zuschaltbaren Dämpferkraft-Verstellung.
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