09.08.2012 - Gewinneinbruch mit Carbonfasern bei der SGL Group größer als erwartet Gewinneinbruch mit Carbonfasern bei der SGL Group größer als erwartet
Beim Geschäft mit Carbonfasern, wie sie unter anderem im Gemeinschaftsunternehmen mit dem Autobauer BMW für den Leichtbau produziert werden, lief beim Marktführer SGL im zweiten Quartal ein dickes Minus auf. BMW gehört mit fast 16 Prozent zu den größten Anteilseignern des Unternehmens aus Wiesbaden, weil CFK-Teile eine wichtige Rolle im zukünftigen Leichtbau spielen sollen: Der neue BMW i3 wird ab 2013 mit einer Kohlefaserverstärkten Kunststoffkarosserie in Serie gehen. Volkswagen ist mit guten 8 Prozent an SGL beteiligt.
Bild: SGL
Unerwartet großes Minus
Das Minus bei den schwarzen Fasern halbierte zusammen mit einer höheren Steuerlast den Überschuss im Konzern auf 9,6 Millionen Euro, wie das Unternehmen heute mitteilte. Analysten hatten deutlich weniger erwartet. Weitere Verzögerungen bei Luftfahrtprojekten, die auf das leichte und stabile Material setzen, anhaltende Flaute in der Windindustrie und eine Nachfrage aus der Industrie drückten die Sparte tief in die roten Zahlen. Dass der Umsatz dennoch von 361,2 Millionen auf 428,2 Millionen Euro stieg, liegt vor allem an der mehrheitlichen Übernahme portugiesische Acrylfaserhersteller Fisipe im April. Vor Zinsen und Steuern verdienten die Wiesbadener 36,8 Millionen Euro nach 44,0 Millionen vor einem Jahr. Die kürzlich gesenkte Gewinnprognose bestätigte das Unternehmen und hielt auch am wenig konkreten Umsatzziel fest. Zum Handelsstart verlor die im MDax notierte Aktie in einem nahezu unveränderten Markt 1,06 Prozent.
Indirekte Abhängigkeit
Der Verkauf von Graphit hängt übrigens schon lange vor der Carbon-Karosserie mit der Auto-Konjunktur zusammen, weil er für die Produktion von Stahl und Aluminium benötigt wird. Im Geschäft mit Graphitelektroden für die Stahlindustrie und Kathoden für die Aluminiumschmelzen kletterte der Umsatz zwischen April und Juni. Niedrigere Stückzahlen bei den Elektroden, die in der Elektrostahlerzeugung eingesetzt werden, konnte SGL durch höhere Preise kompensieren. Die Nachfrage aus der Aluminiumindustrie setzte ihre moderate Erholung fort, allerdings sind hier die Preise aus Sicht von SGL weiterhin zu niedrig. Das Ergebnis der Sparte insgesamt legte aber dennoch kräftig zu. Im Gesamtjahr rechnet der Vorstand trotz der „erheblichen Unsicherheiten im Stahlmarkt“ weiterhin mit höheren Umsätzen, erwartet aber lediglich eine Marge auf Vorjahresniveau.
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