Euskirchen, 3. Juli 2009 – „Autohupen warnen vor Naturkatastrophen“ meldet das Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen (INT) in Euskirchen. Das klingt zunächst wie eine reißerische Schlagzeile, hat aber einen ernsten Hintergrund: Heute gibt es in Deutschland kein flächendeckendes Warnsystem mehr. Die häufig auf Hausdächern montierten Sirenen wurden nach Ende des kalten Krieges größtenteils demontiert. Den Neuaufbau eines solchen System verwarf das Bundesinnenminsterium laut INT – wegen der prognostizierten Kosten von mehreren hundert Millionen Euro.
Mobilfunk als Grundlage
Das Fraunhofer INT hat sich mit verschiedenen Ansätzen befasst, heutige Kommunikationstechnik für ein neues Warnkonzept zu nutzen. So gibt es zum Beispiel die Idee, Katastrophenwarnungen in das Mobilfunknetz abzusetzen, ein Verfahren, dass die Niederlande tatsächlich einführen wollen – auch in Deutschland soll noch 2009 ein Feldtest stattfinden. Doch das Verfahren hat Nachteile: Nicht jeder besitzt ein Handy, während eines Gesprächs ist man nicht erreichbar und die Geräte müssen natürlich eingeschaltet sein.
Die Idee des Fraunhofer INT setzt dagegen auf das eCall-Notrufsystem auf, das dazu dient, bei einem Unfall einen Notruf auszulösen, der per GSM, also ebenfalls Mobilfunk, an eine Notrufzentrale übermittelt werden soll. Geht es nach der EU, soll ab Ende 2010 jedes neue Auto mit der notwendigen Technik für eCall ausgerüstet sein, also im Wesentlichen einem GSM- und GPS-Modul. Technisch ist das keine Utopie, weil beides in vielen Autos ohnehin bereits mitgeführt wird, wenn auch bisher für andere Zwecke. Zudem hat sich der GSM-Standard als langlebig erwiesen, was seine Integration in Automobile erleichtert.
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