Hamburg, 30. August 2011 – Man könnte so schön Elektroautos verkaufen, wenn die Kunden nicht so komisch wären. Bei aller Begeisterung für die umweltfreundlichen, schnurrenden Gefährten reagieren sie in der Regel recht reserviert, wenn sie die Anschaffungspreise für Elektroautos sehen.
Der Anbieter Karabag macht nun ein Angebot für ein Elektroauto, das nach seinen Angaben preisgünstiger sein soll als für einen vergleichbaren Benziner. Es handelt sich dabei um einen umgebauten Fiat 500, der zwar auch bisher schon feil geboten wurden, allerdings für den stolzen Preis von 59.000 Euro. Dank aktualisierter Technik und staatlicher Förderung kann der "Karabag new 500E" nun für 299 Euro im Monat geleast werden – freilich plus Mehrwertsteuer. Die übrigen Rahmendaten: keine Anzahlung, vier Jahre Leasingdauer, vier Jahre Garantie, keinerlei Kilometerbegrenzung. Am Ende kann der Käufer den Wagen für 7999 Euro übernehmen - wiederum plus Mehrwertsteuer. Dafür gibt es einen schicken Elektro-500er mit vollständiger Ausstattung bis hin zu einer modernen Bioethanol-Heizung, die als einziger "Verbrenner" im Auto steckt, damit die Batteriekapazität möglichst vollständig der Reichweite zugute kommt.
Die lange Garantiezeit fällt dem Anbieter wohl aus zwei Gründe relativ leicht: Erfahrungsgemäß werden ohnehin nur sehr kurze Strecken gefahren und der Elektroantrieb stört sich daran nicht – anders als ein Verbrennungsmotor, der Kurzstreckenbetrieb mit erhöhtem Verschleiß und Verbrauch quittiert. Der elektrische Antrieb, bestehend aus E-Motor, Umrichter, Lüfter und elektronischer Steuerung, stammt von der Linde Material Handling GmbH, die man ansonsten eher mit Bau-, Land- und Forstmaschinen in Zusammenhang bringt. Daraus ergibt sich aber eine Menge Erfahrung mit elektrischen Antrieben und vermutlich auch die Möglichkeit, sie im Markt günstig anbieten zu können.
Der Karabag new 500E hat eine maximale Reichweite von 100 Kilometern, bietet ein in der Stadt völlig ausreichendes Drehmoment von 148 Nm und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h. Die Lithium-Polymer-Batterie hat einen eigentlich relativ geringen Energieinhalt von 11 kWh; ein "intelligentes" Batteriemanagement von der I+ME ACTIA GmbH aus Braunschweig sollen aber dafür sorgen, dass dennoch die erwähnte Reichweite von 100 Kilometer möglich ist.
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden
Permalink: http://heise.de/-1333499