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heise Autos > Kurzmeldungen

01.02.2012 Klimanutzen bei Elektroautos abhängig von Ladezeit

Der Klimaschutznutzen von Elektroautos könnte künftig vor allem vom Zeitpunkt des Aufladens abhängig sein. Darauf wiesen die Wissenschaftler des Öko-Instituts, Florian Hacker und Charlotte Loreck, am Mittwoch in Berlin hin. „Die spannende Frage ist: Was passiert, wenn alle Elektroautos gleichzeitig laden“, sagte Loreck. Denn wenn bis zum Jahr 2030 tatsächlich sechs Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen rollen, hätten diese einen Bedarf, der zwei Prozent des heutigen Gesamtstromverbrauchs entspricht. Würden alle Autos in den frühen Abendstunden geladen, wo der Verbrauch ohnehin hoch ist, könnte der Klimanutzen deutlich sinken. In dieser Zeit tragen oft klimaschädliche Kohlekraftwerke die Hauptlast der Stromversorgung.


Der Strom für E-Autos soll nur aus regenerativ erzeugt werden. Vergrößern
Braun- und Steinkohle haben noch einen Anteil von rund 40 Prozent am Strommix. Würden theoretisch die meisten E-Autos mit Kohlestrom geladen, könnte das Klima in der Gesamtbilanz stärker verschmutzt werden als durch konventionelle Autos. Das Öko-Institut hat umfassende Studien zur Entwicklung der E-Mobilität vorgelegt und sieht eine steigende Bereitschaft der Bürger, auf ein E-Auto umzusatteln. Das Problem sei, so Loreck, dass es schwierig werden könnte, Windspitzen auf das Laden der Autos abzustimmen. „Man darf nicht vergessen, dass der Nutzer flexibel sein will“, betonte Hacker.

Die Nationale Plattform Elektromobilität sieht hingegen kein Klimanutzen-Problem, da die Energiewirtschaft ohnehin zugesichert habe, für die E-Autos nur zusätzlichen Strom aus regenerativen Energiequellen zur Verfügung zu stellen. Allerdings ist bisher unklar, ob tatsächlich schon in einigen Jahren zu allen Jahres- und Tageszeiten der Bedarf nur mit Ökostrom gedeckt werden kann.

Laut der Studien des Öko-Instituts wird damit gerechnet, dass trotz aller Hindernisse bis 2022 eine Million Elektroautos in Deutschland unterwegs sein könnten. Ein Problem: Lange Fahrten mit einem E-Auto bei einer Reichweite von maximal 160 Kilometern sind derzeit mangels ausreichender Batterien noch schwierig. Daher könnten sich verstärkt auch sogenannte Plug-In-Hybridfahrzeuge durch die Kombination aus Elektro- und konventionellem Antrieb durchsetzen. (dpa)

(mfz)

Permalink: http://heise.de/-1426538

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