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Musikalischer Flachbau: Flat Panel Radio von Continental

Das gute alte CD-Laufwerk wird im Autoradio eigentlich nicht mehr gebraucht

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Schwalbach, 21. Februar 2012 – Der Begriff "Autoradio" hat sich im Grunde überlebt. Erstens kommen Neuwagen praktisch nur noch mit fest integrierten Lösungen auf den Markt, deren Funktion über die eines Radios oft deutlich hinausgeht. Und zweitens ist das analoge Radio im Umfeld volldigitalisierter Musikberieselung bald nur noch ein sympathischer Anachronismus. Das gilt aber auch für das erste digitale Medium im Autoradio, die CD, weil Musik von USB-Sticks, iPods oder per Netzwerk sich zunehmend etabliert.

Der CD-Player auf Abschiedstour

Der Zulieferer Continental ließ in den USA von einem Marktforschungsunternehmen untersuchen, ob das auch Autofahrer so sehen. Demnach wünschen sich 12 Prozent der US-Kunden ganz konkret einen digitalen Medien-Player in ihrem nächsten Fahrzeug (und sie meinen nicht den guten alten CD-Player). Weitere 27 Prozent zeigen ein großes Interesse daran. Conti hat deswegen konsequenterweise ein Radio entwickelt, bei dem ein CD-Player nicht mehr vorhanden ist. Das Gerät baut deswegen sehr kurz und heißt "Flat-Panel-Radio". Für die Automobilhersteller bietet dies die Möglichkeit, sich vom DIN-Schacht klassischer Bautiefe zu verabschieden. Das wiederum erlaubt mehr Designfreiheiten für die Instrumententafel, weil der Autoradioklotz kaum noch Raum in der Instrumententafel beansprucht.

Das im Bild gezeigte Gerät ist kein Seriengerät, es würde mit seiner eher zweckmäßigen Retro-Optik auch nur wenige Fans finden. Conti sieht es nur als Demonstrator, um bei den Automobilherstellern auf Werbetour zu gehen. Außer CD kann das Gerät eigentlich alles, was heute erwartet wrd: Es akzeptiert USB-Speichermedien und SD-Karten sowie MP3-Player. Per Bluetooth lässt sich das Mobiltelefon anbinden – zum Freisprechen oder um darauf gespeicherte Musik zu übertragen. Was fehlt, ist die Möglichkeit, einen UMTS- oder LTE-Stick anzuschließen, um Musik oder Internet-Radio zu streamen. Vermutlich ist das aber schon wieder zu konservativ gedacht, denn das leisten ja die per Bluetooth gekoppelten Smartphones.

Sinnvoller Raumgewinn

All das können aber auch heute bereits viele Serienlösungen, womit sich die Frage nach dem Kernnutzen stellt. Er liegt tatsächlich in der simplen aber konsequenten Idee, auf das klobige CD-Laufwerk zu verzichten. Conti erreicht so eine Bautiefe von vier Zentimetern, weniger wäre sicherlich möglich. Wir glauben, dass sich das Prinzip durchsetzt, weil Interieur-Entwickler froh sein werden, den gewonnenen Platz sinnvoller zu nutzen.

Und was wird aus der guten alten CD? Man tut eben das, was ohenhin schon gängig ist: Man rippt sie zuhause und nimmt die Soundfiles mit ins Auto. Auch der Verhau an Cassetten (seinerzeit) oder CDs im Fahrgastram ist ja im Grunde ein symphatischer Anachronismus.

(ggo)

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