Der Zulassungsmarkt bekommt langsam wieder sein gewohntes Gesicht Neuzulassungen im März 2010
Wie schön Zahlen verwirren können: Im Vergleich zu März 2009 sind die Neuzulassungen in Deutschland um 26,6 Prozent eingebrochen, waren aber um 2,7 Prozent besser als im März 2008. Das liegt natürlich daran, dass im vergangenen Jahr die Abwrackprämie so richtig für Schwung sorgte – geborgtem Schwung freilich, denn es wurden viele Autos ohne echte Not gekauft, das wird jetzt deutlich.
Dienstwagen laufen besser
Das Segment der Minis ging im ersten Quartal im Jahresvergleich um 45,6 Prozent zurück, das der Kleinwagen um 41,8 Prozent. Auch in der Mittelklasse sanken die Verkäufe um 21,1 Prozent. Eine positive Entwicklung gibt es dort, wo nicht subventioniert wurde, aber die Wirtschaftskrise für Kaufzurückhaltung gesorgt hatte: Obere Mittelklasse (+6,5 %), Oberklasse (+1,1 %), Geländewagen (+0,5 %) und Sportwagen (+16,3 %) verkaufen sich wieder besser. Dass es sich dabei vielfach um Dienstwagen handelt, legt der hohe gewerbliche Anteil von Neuzulassungen nahe – er beträgt 57,8 %.
Wenige Gewinner
Auch bei der "Markenwertung" verloren einige Hersteller mangels Abwrackprämie stark – Opel um 26,4 %, Ford um 26,9 % und Smart um 34,2 %. Bei Daihatsu (-69,3 %) ist der Fall besonders gelagert. Die Marke war 2009 nicht auf den Boom eingestellt und konnte nicht genügend Fahrzeuge liefern, jetzt bekommt sie offenbar die Quittung, zumal interessante neue Modelle nicht absehbar sind. Mit 570 verkauften Autos im März präsentiert sich Daihatsu mittlerweile auf dem Niveau einer kleinen Nischenmarke. Ganze vier Autohersteller können im ersten Quartal eine Verbesserung verbuchen, BMW um 1,4 %, Jaguar um 13,6 %, Land Rover um 23,0 % und Nissan (mit Infiniti) um 58,3 %.
- Per E-Mail versenden
- Permalink: http://heise.de/-975939