30.10.2012 Opel und NRW: Arbeitsgruppe für Bochumer Werk gegründet
Mitten in den Verhandlungen über die Zukunft des Bochumer Opel-Werkes gründen der Autobauer und die NRW-Landesregierung eine Arbeitsgruppe zu dem Standort. „Die Arbeit der Gruppe soll unter anderem auch Fragen der künftigen Nutzung des Bochumer Opel-Standorts umfassen“, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung der Adam Opel AG. Damit sei aber noch keine Entscheidung über die Zukunft des Werkes getroffen. Dem Bochumer Werk des kriselnden Autobauers mit 3200 Beschäftigten droht die Schließung. Bis 2014 ist das Werk durch eine Beschäftigungsgarantie gesichert. Für die Zeit danach bemühen sich die Arbeitnehmervertreter seit einem halben Jahr vergeblich um eine Zusage der Geschäftsleitung.
Das Werk in Bochum wurde im Oktober 1962 fertiggestellt. Das erste Auto aus Bochum war der Opel Kadett A.
Bild: Opel
Sprecher des Werkes und der IG Metall betonten, dass die Arbeitsgruppe keineswegs Ergebnisse dieser Verhandlungen vorwegnehmen wolle. Es gehe darum, Flächen zu entwickeln, bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen. Dasselbe sagte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) in Düsseldorf. Opel-Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug lobte die Initiative. Mithilfe externen Sachverstands solle grundsätzlich geprüft werden, wie die Beschäftigung erhalten und der Standort fortentwickelt werden könne.
Auf dem Werksgelände, das einst mehr als 20.000 Menschen Arbeit bot, stehen durch den Personalabbau erhebliche Flächen seit Jahren leer. Allein im Bochumer Werk 2 – einem von drei Werken des Standortes – werden von rund 500.000 Quadratmetern Fläche nur noch rund 40.000 für die Getriebefertigung genutzt. Vorschläge zur besseren Nutzung der Leerstände – etwa für die Ansiedlung von Automobilzulieferern – fordern Betriebsrat und IG Metall schon lange.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung setze darauf, Bochum unabhängig von den Verhandlungen um das Opel-Werk als Standort der Automobilindustrie erhalten zu können, sagte Duin. Es werde versucht, dort möglichst Unternehmen aus diesem Sektor anzusiedeln. Vor allem in den Bereichen Elektromobilität und in der Zuliefererbranche könnten sich durch solche Ansiedlungen möglicherweise Kostenvorteile für die Opel-Produktion ergeben. (dpa)
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