16.07.2012 Opel will schleunigst einen neuen Vorstand wählen
Die Opel-Mutter General Motors (GM) drückt aufs Tempo: Fünf Tage nach dem überraschenden Abgang von Karl-Friedrich Stracke soll der Aufsichtsrat schon an diesem Dienstag eine neuen Vorstandschef wählen. Als heißester Kandidat für die Nachfolge des wegen Erfolglosigkeit gescheiterten Stracke gilt Strategievorstand Thomas Sedran.
Der frühere Unternehmensberater ist erst seit April Vorstandsmitglied, kennt die Adam Opel AG aber aus seiner früheren Job beim Consulting-Unternehmen Alixpartners sehr gut. "Sedran wird von allen Seiten akzeptiert", sagte ein "Insider" am Montag. Auch die Opel-Händler hätten ihre Unterstützung signalisiert. Weniger Chancen werden dem Vernehmen nach Opel-Produktionsvorstand Peter Thom eingeräumt. Der Engländer, der zu Jahresbeginn mit Sparplänen von Werk zu Werk reiste, dürfte für die Arbeitnehmer nicht tragbar sein. Sie warfen ihm seinerzeit vor, die Standorte gegeneinander ausspielen zu wollen. Beobachter erwarten andererseits, dass die US-Mutter General Motors bei der defizitären deutschen Tochter einen Nachfolger einsetzen wird, der härter durchgreift als Stracke. Der geschasste Manager hatte sich mit den Arbeitnehmern darauf verständigt, bis 2016 auf Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Wie das Handelsblatt am Montag berichtete, klaffte in Strackes Sanierungsplan ein Loch in dreistelliger Millionenhöhe. Als GM-Boss Dan Akerson dies erfahren habe, habe er Stracke kurzerhand vor die Tür gesetzt.
Opel-Interimschef Stephen Girsky hatte am Wochenende angekündigt, die Unternehmensstrategie zu ändern und forderte von seinen Mitarbeitern zusätzliche Anstrengungen. "Unsere erfolgreiche Revitalisierung erfordert von uns allen die Bereitschaft, das Geschäft anders zu machen als bisher und dabei schnell zu handeln. Jeder Einzelne von uns ist verantwortlich für die Ergebnisse", schrieb Girsky in einer E-Mail an die Opelaner, wie die dpa berichtete.
Heute wurde bekannt, dass nach Stracke auch Chef-Lobbyist Volker Hoff das Unternehmen verlassen hat. Hoff, früherer hessischer CDU-Minister, war für die Regierungsbeziehungen zuständig. Er wolle sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen, sagte Opel-Sprecher Harald Hamprecht. "Wir haben unterschiedliche Auffassungen über die Art und Weise, wie mit Regierungen und Verbänden kommuniziert wird", sagte Hoff der Bild (Montag). Deshalb habe man sich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt. Sein Weggang habe aber nichts mit dem Abgang Strackes zu tun. (Mit Material der dpa)
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