Aufbauend auf den beiden Zweiliterdieseln im 118d und 120d soll noch im Jahr 2007 ein dritter Diesel auf den Markt kommen. In welchem Auto, das sagt BMW noch nicht, es könnte aber das kommende 1er Coupé sein. Der dritte Diesel ist mit 204 PS nicht nur die stärkste Variante dieser Motorenreihe, sondern bietet auch ein technisches Highlight: Es handelt sich um einen Variable Twin Turbo. Diese Stufenaufladung wurde im Dreiliter-Sechszylinder-Diesel des 535d eingeführt. Der nun präsentierte Motor ist der erste Vierzylinder mit diesem Prinzip. Der Variable Twin Turbo besitzt einen kleinen und einen großen Abgasturbolader. Der kleine Lader tritt aufgrund seines geringeren Trägheitsmoments bereits knapp über der Leerlaufdrehzahl in Aktion. Bei höheren Drehzahlen nimmt zusätzlich der größere Lader die Arbeit auf. Dank dieser Konfiguration soll der Turboeffekt ohne Zeitverzug einsetzen. Das Turboloch entfällt also, und schon bei leichten Bewegungen des Gaspedals wird Schub erzeugt. Eine Turbinenregelklappe verteilt den Abgasstrom variabel auf beide Turbolader. Für die exakte Steuerung des Übergangs und des Zusammenwirkens beider Lader ist eine speziell entwickelte und besonders leistungsfähige Motorelektronik zuständig
Um den neuen 1er zum Spritsparer zu machen, schnürten die Ingenieure ein ganzes Bündel von Maßnahmen zusammen. Dazu zählt die HPI-Benzin-Direkteinspritzung, die bisher nur BMW einsetzt, sowie die im Detail verbesserten Diesel. Außerdem tragen einzelne Hybridfunktionen wie die Bremsenergie-Rückgewinnung sowie die Start-Stopp-Automatik zum Spritsparen bei. Hinzu kommen noch eine energieeffiziente Lenkung, Leichtbaumaßnahmen und Aerodynamik-Feinschliff. Die einzelnen Maßnahmen mögen teilweise technisch nicht besonders revolutionär erscheinen. Das Ergebnis, nämlich die Verbrauchsdaten des 1er, ist es jedoch. Allerdings sind noch nicht aller 1er sauber: Neben dem PS-starken Topmodell emittiert auch der Einstiegsmotor noch sehr viel Kohlendioxid. Der 116i ist mit 7,5 Litern beileibe kein Sparwunder. Gut, dass BMW diesen demnächst durch einen 1,6-Liter-Vierzylinder mit HPI-Einspritzung und 122 PS ersetzen will. Und was spricht eigentlich gegen einen hoch effizienten 80-PS-Motor im 1er für eingefleischte Spritsparer? Die größeren Motoren gehen effizient mit dem Kraftstoff um, doch hätte BMW sie noch sparsamer machen können, wenn man auf den Leistungszuwachs gegenüber dem Vorgänger verzichtet hätte. Aber ob die BMW-Fahrer so viel Spritsparen auf einmal verkraftet hätten? Vielleicht sind die Käufer noch nicht so weit.
(sl)
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