Mobilidade Eléctrica oder kurz Mobi.E, heißt eine Initiative, mit der Portugal die Einführung von Elektroautos vorbereitet. Auf Betreiben des Ministeriums für Wirtschaft und Innovation unterzeichneten in dieser Woche 18 Stadtverwaltungen – unter anderem Lissabon, Sétubal, Porto, Évora und Faro – eine Vereinbarung, in der sie sich verpflichten, Standorte für Elektrotankstellen zur Verfügung zu stellen und elektrisch betriebene Fahrzeuge für die städtischen Fahrzeugflotten anzuschaffen.
Daneben beteiligen sich eine Reihe von Firmen an der mehrheitlich vom größten Stromversorger Energias de Portugal (EDP) koordinierten Initiative, darunter Supermarktketten und Betreiber von Parkhäusern, die ebenfalls Parkplätze mit Ladestationen einrichten wollen – eine vergleichbare Kooperation sind in Deutschland zum Beispiel RWE und Apcoa im Rahmen eines Pilotprojekts in Berlin eingegangen. Bis Ende kommenden Jahres sind in Portugal insgesamt 300 Ladestationen geplant. Der an den Stationen entnommene Ladestrom soll über eine Lastschriftkarte bezahlt werden können, die dem Kunden zudem die Abrechnung über den Stromversorger seiner Wahl ermöglichen wird.
Die ersten Elektrofahrzeuge von Renault und Nissan werden Anfang 2011 auf dem portugiesischen Markt erwartet. Für die Anschaffung sind Steuervorteile angekündigt. Doch zuvor wird in Portugal wird wie in Deutschland am 27. September ein neues Parlament gewählt. Die sozialistische Regierung unter Ministerpräsident José Sókrates muss dabei um ihre Mehrheit fürchten. (Richard Sietmann) /
(ssu)
Permalink: http://heise.de/-476423