Erste Fotos der Studie "microMAX" von Rinspeed Stehender Verkehr
Zumikon (Schweiz), 20. Februar 2013 – Rinspeed steht für außergewöhnliche Ideen auf Rädern. Anders, als es der Firmenname nahelegt, sind sie nicht immer schnell. Auf dem Genfer Automobilsalon 2013 (7. bis 17. März) ist die Studie "microMAX" zu sehen. Mit ihr möchte Firmengründer Frank M. Rinderknecht neue Impulse für den Nahverkehr setzen. Das Konzept haben wir bereits im Dezember 2012 vorgestellt, hier folgen den Zeichnungen nun erste Fotos.
Auf einer Länge von 3,60 Meter, das sind nur rund sechs Zentimeter mehr als bei einem VW Up, finden neben dem Fahrer drei Mitfahrer plus Kinder- oder Handwagen Platz. Die Fahrzeughöhe von 2,20 Meter ermöglicht platzsparende Stehsitze, die mit Sicherheitsgurten ausgerüstet sind. Eine Kaffeemaschine, ein Kühlschrank und ein 19-Zoll-Touchscreen sind immer dabei.
App-gefahren und etwas unheimlich
Die Vision Rinderknechts sieht vor, dass alle microMAX-Fahrzeuge über eine spezielle Cloud-Plattform stets miteinander vernetzt sind. Potenzielle Mitfahrer können über eine Handy-App ihr Fahrtziel eingeben, das System errechnet in Echtzeit mögliche Mitfahrgelegenheiten. So soll ein flexibles Verkehrssystem entstehen. So praktisch dieses Konzept auch klingt, so unheimlich klingt ein anderer Teil der Vision. Mittels NFC-Technologie (Near Field Communication) lassen sich sowohl Fahrer als auch Fahrgäste leicht identifizieren. Außerdem soll diese Lösung Zugriff auf persönliche Daten, Community-Profile und Abrechnungssysteme ermöglichen.
Die Studie fährt rein elektrisch. Es soll eine Variante mit Radnabenmotor und eine zweite Version mit zentral verbautem Antrieb geben. Durch unterschiedliche Ausstattungsmodule lässt sich das skurrile Gefährt auch für Handwerker oder als Lieferwagen nutzen.
Eine Serienfertigung des "microMAX" mit der dazugehörigen Infrastruktur ist nicht geplant. Dennoch hat eine Unternehmensberatung berechnet, dass die Serienfertigung in 30 Monaten beginnen könnte. Je nach Ausstattung wären Preise zwischen 5000 und 10.000 Euro denkbar.
Bizarre Studien sind Tradition bei Rinspeed
In der Bildergalerie zeigen wir neben den ersten Bildern des microMAX kuriose Rinspeed-Studien seit 1991. 2012 zeigte Rinspeed in Genf den "Dock+Go", einen Elektro-Smart mit einer Art Rucksacklösung für höhere Reichweite und mehr Stauraum. 2008 sorgte der sQuba für Aufsehen und weckte Erinnerungen an James Bond. Der sQuba soll völlig autonom auf der Straße fahren können, also sogar gänzlich ohne Insassen. Darüber hinaus kann er sich als amphibisches Fahrzeug fortbewegen und in Wassertiefen von bis zu zehn Meter hinabtauchen. Zu den weiteren Konzepten aus den vergangenen Jahren gehören unter anderem ein Roadster mit durchsichtiger Kunststoff-Karosserie und ein Sportwagen, der mit Energie aus Grünabfällen fährt.
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