Toyota ruft einem Medienbericht zufolge sein Hybridmodell Prius auch auf dem wichtigen US-Markt wegen der Schwierigkeiten mit den Bremsen in die Werkstätten zurück. Damit droht auch in Deutschland ein Rückruf. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag berichtete, sind in den USA rund 100.000 Prius der neuen Generation betroffen. Hinzu kommen weitere 170.000 auf dem japanischen Heimatmarkt verkaufte Wagen. Es geht um die Software des ABS-Systems beim bisherigen Verkaufsschlager. Toyota hatte in Japan und im Ausland Beschwerden erhalten, dass die Bremsen des neuen Primus auf unebenen Straßen oder bei Schlaglöchern kurzzeitig nicht funktionieren.
Toyota-Deutschlandchef Alain Uyttenhoven sagte der Süddeutschen Zeitung vom Montag, auch Deutschland wäre betroffen, wenn es in den USA zu Rückrufen kommen sollte: "Denn die Konstruktion ist die gleiche, alle Autos mit den betreffenden Bremsen kommen aus Japan." Spätestens an diesem Mittwoch werde man eine Entscheidung zum Prius-Rückruf vorlegen. Betroffen wären in Deutschland dem Bericht zufolge alle 3500 Fahrzeuge der neuesten Prius-Baureihe, die seit Juni 2009 hierzulande verkauft wurden. Weltweit wurden seitdem mehr als 300.000 Fahrzeuge des Hybridmodells verkauft. Uyttenhoven riet Besitzern des Hybridmodells Prius einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge von einem vorsorglichen Besuch der Werkstatt ab. "Wir nehmen das ernst und ich gehe davon aus, dass Toyota in den nächsten Tagen darüber entscheidet, ob es einen Rückruf geben wird", sagte er dem Blatt.
Toyota hatte zunächst erklärt, das Problem mit den Prius-Bremsen eigentlich im Rahmen eines freiwilligen Servicedienstes beheben zu wollen. Doch angesichts der massiven Kritik nach dem Rückrufdebakel um die klemmenden Gaspedale sei das Management offensichtlich zu der Einsicht gelangt, dass ein Rückruf unvermeidlich sei, wenn man das Vertrauen der Kunden wiedererlangen wolle, hieß es. (dpa)
(ggo)
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