Berlin, 4. Oktober 2011 – SUVs sind inzwischen eine vertraute Erscheinung im deutschen Straßenverkehr. Mit zunehmender Verbreitung sind die hochbeinigen Autos auch häufiger in Unfälle verwickelt. Grund genug für die Unfallforscher der Versicherungswirtschaft (UDV), eine Studie mit dem Titel "Sport Utility Vehicles im Unfallgeschehen" vorzulegen. Hierzu haben die Forscher Daten des Statistischen Bundesamts zu Unfällen mit SUVs, bei denen es zu Personenschäden kam, analysiert und mit dem Schadenverlauf bei normalen Pkw verglichen. In einem zweiten Schritt verglich die UDV Geländewagenunfälle aus ihrer eigenen Datenbank. In einem dritten Schritt wurde das Verkehrsverhalten von SUV-Fahrern untersucht.
Bei der Überprüfung der SUV-Fahrer wurden Daten der UDV-Studie "Verkehrsklima 2010" sowie des Kraftfahrtbundesamtes und einer Kundenbefragung genutzt. Dabei kam heraus, dass sie sich kaum von Fahrern anderer Fahrzeuggattungen unterscheiden. Der Fahrstil von SUV-Besitzern birgt demnach kein erhöhtes Unfallrisiko. Doch wie gefährlich sind die Fahrzeuge selbst? Insgesamt kommt es laut UDV mit SUVs nicht häufiger zu schweren Unfällen als mit "normalen" Autos. Doch wenn es kracht, sind die Unfallfolgen oft deutlich schlimmer: Prallt einem Kompakt-Pkw entweder ein vergleichbares Fahrzeug oder ein kleines SUV mit 40 km/h in die Seite, tragen die Insassen zumeist leichte bis mittelschwere Verletzungen davon. Trifft jedoch ein großes und schweres SUV einen Kompaktwagen an dieser Stelle, zeigen die Crashtest-Dummies deutlich schwerere Verletzungen.
Siegfried Brockmann, Leiter der UDV, fasst die Ergebnisse zusammen: "SUV-Fahrer sind nicht das Problem, eher schon manche SUV-Fahrzeuge." Die UDV fordert, dass deren Karosseriestruktur jener von Pkw angeglichen wird, um Höhendifferenzen auszugleichen. Außerdem sollten automatische Notbremssysteme Pflicht werden. "Wenn die große Masse eines SUV rechtzeitig abgebremst wird, sind auch die Unfallfolgen nicht so gravierend", erläutert Brockmann.
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