Berlin, 2. Dezember 2011 – Die deutsche Automobilindustrie stellt sich nach einem Rekordjahr 2011 auf härtere Zeiten ein. Die Branche rechnet aber damit, die hohe Inlandsproduktion und das Exportniveau auch im nächsten Jahr halten zu können. Dabei hilft der große Anteil von Fahrzeugen, die in prosperierende Länder außerhalb der Europäischen Union ausgeführt werden, erläuterte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Freitag in Berlin. Auf ein gesteigertes Interesse haben schon die stark gestiegenen Besucherzahlen der diesjährigen IAA hingewiesen.
Die Autobranche erwartet im laufenden Jahr Bestmarken bei Produktion, Export und Umsatz. Die Unternehmen dürften bis Jahresende rund 12,9 Millionen Personenwagen (Pkw) herstellen, gut 5,9 Millionen davon im Inland, das sind 7 Prozent mehr als 2010. In den Export gehen voraussichtlich 4,55 Millionen Fahrzeuge, auch das ein Anstieg um 7 Prozent. Der Umsatz von Herstellern und Zulieferern wird sogar um 13 Prozent auf 358 Milliarden Euro zulegen. In Deutschland werden nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in diesem Jahr rund 3,2 Millionen neue Autos zugelassen, zehn Prozent mehr als 2010. Bis Ende November waren es 2,93 Millionen Pkw. Im Rekordjahr 2009 wurden hierzulande 3,8 Millionen Autos verkauft. Die hohe Zahl kam damals durch die Abwrackprämie zustande.
Nun bremse die Schuldenkrise in Europa und den USA die Dynamik, sagte Wissmann: „Wir erwarten mehr Gegenwind, 2012 wird ein hartes Arbeitsjahr.“ Wenn es gelinge, die Finanzmärkte zu stabilisieren, könne die Branche auch für 2012 zuversichtlich sein. „Die weltweite Nachfrage nach Autos steigt weiter“, sagte er. Die deutsche Industrie sei so flexibel, dass sie Absatzrückgänge wie derzeit etwa in Südeuropa mit Zuwächsen in anderen Regionen ausgleichen könne.
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden
Permalink: http://heise.de/-1389168