Duell der Basisdiesel mit einer Leistung zwischen 105 und 115 PS VW Passat Variant 1.6 TDI vs. BMW 316d Touring und Peugeot 508 SW
Fahrwerk/Lenkung
Besitzer von Mittelklasse-Kombis dürften ihre Wagen nur höchst selten über eine Rennpiste jagen. Trotzdem ist die Rolle des Fahrwerks nicht zu unterschätzen, denn unsere Testkandidaten sind häufig auf der Autobahn unterwegs und müssen auch schwere Zuladung wegstecken. Der BMW 316d präsentiert sich im Stil der Marke mit einer straffen Abstimmung. Grobe Unebenheiten vermag die Hinterachse nicht wegzufiltern, trotzdem werden Schläge nur selten zu den Passagieren durchgereicht. Referenzcharakter hat die Lenkung. In Verbindung mit dem Hinterradantrieb lässt sich der 3er äußerst präzise dirigieren. Über seinen dicken, griffigen Lenkradkranz vermittelt der BMW viel Fahrfreude.
Sowohl der VW als der Peugeot setzen auf Frontantrieb in Verbindung mit einer geschwindigkeitsabhängigen Lenkung. Das Resultat ist ein leichtgängiges Ansprechen in der Stadt, während auf der Autobahn für Korrekturen kleinste Bewegungen reichen. Im 508 wirkt das differenzierte Ansprechverhalten gelungener als im Passat, dessen Lenkung im Stadtverkehr um die Mittellage etwas zu indifferent ist. Dafür punktet der VW mit einem ausgewogenen Fahrwerk ohne spürbare Schwächen beim Komfort. Diese sind überraschenderweise beim Radstand-König Peugeot zu finden. Rollt man über Gullydeckel, übertragen sich die Stöße deutlich in die Karosserie und den Innenraum. Waren französische Autos früher betont weich gefedert, so schlägt diese Philosophie beim Peugeot 508 ins Gegenteil um.
Ausstattung/Preis
Alle drei Probanden sind auf Sparsamkeit getrimmt. Die Normverbrauchswere der Hersteller von 4,4 l/100 km (VW) und 4,5 Liter (BMW und Peugeot) konnten wir in der Praxis nicht annähernd erzielen. Mit durchschnittlich 6,4 Litern konsumiert der 508 am wenigsten, knapp darüber liegen der 316d mit 6,6 Litern und der Passat mit 6,8 Litern. Für Fahrzeuge dieser Größe sind das zwar auch noch respektable Werte, sie werfen aber die Frage auf, ob derart optimistische Werksangaben vom Käufer noch ernst genommen werden.
Investitions-Zulage
BMW verlangt für den 316d Touring einen kräftigen Premium-Zuschlag. Unter 31.350 Euro rollt der Bayern-Kombi nicht vom Hof. Die Serienausstattung ist ausreichend aber nicht üppig. Inklusive sind eine Klimaanlage, vier elektrische Fensterheber, ein CD-Radio und ein Lederlenkrad. Mit Hilfe der umfangreichen Aufpreisliste kann der Kaufpreis mühelos in Richtung der 40.000-Euro-Marke getrieben werden. Auf moderne Assistenzsysteme wie Müdigkeitswarner oder einen Parklenkassistenten müssen 3er-Freunde noch bis 2012 warten, wenn die nächste Generation auf den Markt kommt. Oder sie greifen zum Passat, der nach dem Facelift eben jene Features bietet, allerdings nur gegen Aufpreis. Mit einem Grundpreis von 27.225 Euro ist er als "Trendline" im Vergleich das billigste Angebot, bietet aber eine ähnlich mäßige Serienausstattung wie der BMW. Anders als bei dem Bayern können viele Extras nicht einzeln geordert werden, sondern sind an andere Optionen gekoppelt. Eine Automatik beziehungsweise ein Doppelkupplungsgetriebe sind für 316d Touring und Passat 1.6 TDI übrigens nicht erhältlich.
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