Europas größter Autohersteller, die Volkswagen AG, hat dank der weltweit anziehenden Autonachfrage im zweiten Quartal einen Milliardengewinn eingestrichen. Das Ergebnis nach Steuern legte von 251 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,35 Milliarden Euro zu, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. "Getragen wird das gute Ergebnis insbesondere von der hohen Nachfrage nach unseren Konzernmodellen in Westeuropa, China sowie Nord- und Südamerika", sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.
Die Wolfsburger hatten im ersten Halbjahr mit 3,6 Millionen Wagen 16 Prozent mehr Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahr ausgeliefert. Der Umsatz wuchs im Zeitraum von April bis Juni um rund 22 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis lag bei knapp 2 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenschätzung um 800 Millionen Euro weit. Allein im zweiten Quartal wurde damit ein höherer operativer Gewinn erwirtschaftet als im Gesamtjahr 2009.
Der Konzern bekräftigte seine Prognose, 2010 den Absatz, Umsatz und das operative Ergebnis zum Vorjahr deutlich steigern zu wollen. Allerdings ließe sich die Entwicklung des ersten Halbjahres in der zweiten Jahreshälfte nicht unvermindert fortschreiben, mahnte der Konzern zum wiederholten Male.
Das Unternehmen profitierte zuletzt auch von Kostensenkungen im eigenen Haus sowie Wechselkurseffekten wegen des in den letzten Wochen im Vergleich zum Dollar schwächeren Euro. Dadurch erhöht sich die Wettbewerbsfähigkeit in Nord-und Südamerika, aber auch in China.
Zum Gewinn im zweiten Jahresviertel trug erneut maßgeblich die Ingolstädter Tochter Audi bei. Sie lieferte ein operatives Ergebnis von 853 Millionen Euro. Von der Kernmarke Volkswagen kamen 611 Millionen Euro. Die Transporter-Marke VW Nutzfahrzeuge kehrte nach einem kleinen Minus im Auftaktquartal im zweiten Quartal in die schwarzen Zahlen zurück.
Die spanische Tochter Seat konnte ihren Verlust im zweiten Quartal im Vergleich zum Jahresbeginn eindämmen. Bentley häufte dagegen im Vergleich zum ersten Quartal einen höheren Verlust an. Nach den ersten sechs Monaten stehen aber beide Sorgenkinder des Konzerns leicht besser da als im Vorjahr. Finanzvorstand Pötsch hatte schon auf der Jahrespressekonferenz im März eingeräumt, dass beide Marken 2010 weiter Verluste schreiben würden.
Da Volkswagen in China Gemeinschaftsunternehmen unterhält, taucht der Gewinn aus den in China produzierten und verkauften Autos nicht im operativen Ergebnis des Konzerns auf, sondern wird im Finanzergebnis verbucht. Das VW zurechenbare Ergebnis aus dem China-Geschäft bezifferte der Konzern für das erste Halbjahr auf 804 Millionen Euro. (dpa)
(ssu)
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