Haben Sie schon mal einen Neuwagen gekauft? Ein paar Wochen später trudelt dann ein Fragebogen bei Ihnen ein. Oh, denken Sie freudig erregt: Die wollen bestimmt wissen, wie ich mein neues Auto finde und was sie beim nächsten Auto besser machen sollen. So naiv war ich auch.
Hat Ihnen das Einkaufsambiente behagt?
Pustekuchen: Die wollen wissen, wie Ihnen der Händler gefallen hat. War der Verkäufer gründlich gewaschen? War er ordentlich gekleidet? Hat er Sie freundlich empfangen? Ist er auf Ihre Wünsche eingegangen? Hat er Ihnen das richtige Modell empfohlen? Kannte er sich mit den Optionen aus? War das Fahrzeug im Schauraum (sorry, Showroom) hübsch anzusehen? Die Verkaufshalle gefegt und prächtig geschmückt, der Kaffee heiß und lecker? Ach ja, und ganz nebenbei die unverschämteste aller Fragen: Wie viel Geld verdienen Sie eigentlich?
Kennen Sie die Nebenwirkungen?
Hm, mögen Sie jetzt denken. Wenn ich mal so richtig ablästere, kann ich dann nachträglich noch ein bisschen Nachlass rausschinden? Von wegen. Das einzige, was Sie damit bewirken: Dem Händler wird die Marge gesenkt.
Und Rumnörgeln wäre ja auch Quatsch: Sie haben schließlich bei genau dem Händler gekauft, also muss ja wohl ein Minimum an Zufriedenheit mit dem gesamten Verkauf – hinreichende Vorführung, Testfahrt, anständige Behandlung, passabler Preis – bestanden haben.
Die falschen Fragen ...
Auch werden aus meiner Sicht nicht die wirklich relevanten Fragen gestellt, beispielsweise was ich von den Öffnungszeiten der Verkaufshäuser halte. Ich etwa finde es seltsam, Absatzprobleme zu bejammern, aber um 18 Uhr die Bude abzusperren. Oder sonntags den Verkaufsraum aufzuschließen und lediglich zwei Wachleute statt Fachleute hineinzustellen – und alle hochpreisigen Autos verschlossen zu halten, sodass man nicht mal eine Sitzprobe machen kann. Und meine Kerneinkaufszeit, Samstag nachmittag, wenn ich Zeit und Muße auch für eine Probefahrt hätte, tja, in Hannover muss ich dann in Elektronikfachmärkte ausweichen. Spart aber letztlich viel Geld.
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