Prüfstand (Workshop) | c't magazin 04.04.2009

1 Liter Tinte für 4000 Euro

Hintergrund: Die Hitparade der teuersten Drucker

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Die Druckerparade

Da stehen sie also, nagelneu, günstig erworben, der Ausdruck – farbenfroh und schön anzusehen. Was sie aber am besten können: Die Kosten beim Drucken so richtig in die Höhe treiben. Aber nur einer hat das Zeug zum teuersten Drucker in unserer Hitliste der teuersten Drucker.

Die Messlatte liegt hoch, denn 1 Liter bunte Tinte kostet locker bis zu 4000 Euro. Dieser Wert ergibt sich aus der Hochrechnung der Füllmenge einer Original-Tintenpatrone und deren Preis. Obwohl beispielsweise HP beim Literpreis sehr hoch liegt, geht der Drucker beim Fotodruck vergleichsweise sparsam mit dem wertvollen Betriebsstoff deutlich sparsamer um, als der Lexmark. Daher kann der HP die Teuerparade trotz hohem Literpreis letztlich doch nicht für sich entscheiden.

Fünf Drucker treten an zu diesem denkwürdigen Wettkampf – wer kann die Euros am besten ausgeben? Nicht nur teuer muss die Tinte sein, auch beim Druck müssen die Geräte verschwenderisch damit umgehen.

Die Platzierungen

Platz 5

Der Kodak ESP ist mit rund 100 Euro einer der teureren Kandidaten bei der Anschaffung, doch dann fängt er auch schon an zu schwächeln: nur 6,9 Cent für eine schwarz/weiss-Seite und für eine ganze Seite mit Fotos nur 57 Cent – das ist alles viel zu billig! 14,9 Cent Tintenkosten für ein Foto der Größe 10 × 15 – damit der letzte Platz in unserer Teuerparade.

Platz 4:

Schon deutlich teurer im Test schlägt sich das Gerät von Canon. Der niedrige Anschaffungspreis von 75 Euro lässt schlimmes befürchten, doch dann holt der MP 190 alles wieder auf: Doppelt so teure Farbdrucke wie der Kodak, pro Foto sind das ansehnliche 28,7 Cent – leider nur der vorletzte Platz.

Platz 3:

Der Multifunktionsdrucker von Epson liegt anfangs zurück, aber sparsam ist er nur in seiner Ausstattung. Bei den Druckkosten liegt der Epson Sx105 ganz weit vorn – ein Foto kostet ausgedruckt faszinierende 35,9 Cent.

Platz 2:

Der Deskjet F2280 von HP macht gleich Hoffnung auf den Sieg – das Kopieren dauert mehrere Minuten. Doch so verschwenderisch er auch mit der Zeit und dem Geld umgeht, er verfehlt dennoch Platz 1: 44,4 Cent für ein Farbfoto – das reicht nur für Platz 2.

Platz 1

Es ist ein "grandioser", weil eindeutiger Sieg – mühelos hat der x2650 von Lexmark seine Konkurrenten ausgestochen. Lexmark, diesen Namen sollte man sich merken. Denn er ist der Teuerste – mit Abstand. Keiner der anderen Kandidaten kommt da auch nur annähernd mit – ein gedrucktes Foto kostet stolze 137,5 Cent.

Damit geht der verdiente Sieg an den X2650 von Lexmark.

Andere Qualitäten

Die vermeintlichen Schnäppchen aus der untersten Preiskategorie haben sich im Praxistest fast alle als Enttäuschung erwiesen. Mit lahmem Tempo, bescheidener Druckqualität, spartanischer Ausstattung und etwas teureren Tinten rechnet ein erfahrener Kunde ja bereits. Dass aber Schwarz-Patronen nicht standardmäßig beiliegen, man mit dem Drucker gekaufte Patronen nicht wieder befüllen darf und die Kosten für eine Farbkopie fünf Euro übersteigen, erstaunt dann doch.

Lexmark und Dell schädigen hier mit ihrem Geschäftsgebaren den ohnehin angeschlagenen Ruf der Branche. Brother, Canon, Epson und HP langen bei den Tinten ebenfalls kräftig zu, sodass sich die Geräte höchstens bei geringem Druckaufkommen rentieren. Lob gebührt bei der Preisgestaltung einzig der Firma Kodak: Zum einen ist die Tinte sehr billig, zum zweiten kostet der ESP 3 nicht so viel mehr als der Durchschnitt im Testfeld. Der Kodak-Drucker liefert dabei ordentliche Bildqualität bei flottem Tempo.

HPs Deskjet F2280 ist deutlich billiger in der Anschaffung und druckt mit den optionalen XL-Patronen Texte und Grafik auch noch günstig. Hier stören jedoch der schlechte Scanner, die niedrige Geschwindigkeit und das Hantieren mit der Fotopatrone. Unkomplizierter, flinker und gut im Scannen ist Canons MP190, der jedoch beim Fotodruck schwächelte. Bei Epsons SX105 überzeugte der Fotodruck, aber der Scanner fiel durch. Durchweg gute Leistungen zeigte keiner der Kandidaten, sodass sich jeder Interessierte den Drucker mit den am ehesten zu verschmerzenden Schwächen ausgucken muss. Oder man entscheidet sich gleich für die Mittelklasse ab 130 Euro. Hier und auch in einem weiteren Test fielen die Benotungen ungefähr eine Stufe besser aus und auch die Verbrauchskosten lagen im zivilen Rahmen.

Den gesamten Artikel "Die Teuer-Tanker, Sieben Multifunktionsdrucker ab 70 Euro" von Johannes Schuster finden Sie in der Printausgabe 7/09 des c't magazins ab Seite 114. Den Beitrag erhalten Sie auch als PDF-Datei im c't Kiosk. (Johannes Schuster, Uli Geiger) / (gs)

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Der Hessische Rundfunk und der Heise Zeitschriften Verlag haben beschlossen, die Kooperation zur Produktion der TV-Sendung c't magazin aus Kostengründen nicht weiter fortzuführen. Der HR und der Heise Verlag bedauern sehr, dieses erfolgreiche Format deshalb zum 25. Juni 2011 einstellen zu müssen.

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