Prüfstand (Workshop) | c't magazin 12.09.2009

Akkupflege

Hintergrund: Vom richtigen Umgang mit Handy-, Notebook- und sonstigen Akkus (3Sat)

Akkupflege Video: Prüfstand (Workshop) »

Nickel-Metall-Hydrid-Akkus kommen heute vor allem in handelsüblicher Mignon- (AA) und Micron-Bauform (AAA) vor. Auch im Modellbau (Sub-C), bei Kabellosen Elektrowerkzeugen und in einigen Hybrid-Fahrzeugen findet man diesen preisgünstigen Akku-Typ. Der mit einer Kathode aus Nickel(II)-hydrid und einer Metallhydrid-Anode arbeitende Akku verträgt etwa 500 Lade-/Entladezyklen. Er reagiert empfindlich auf Verpolung, Überladung, Überhitzung und Tiefentladung. Ein einmal geschädigter Akku kann auch durch wiederholtes Laden und entladen nicht mehr reaktiviert werden. Unterhalb von 0°C verliert der NiMH-Akku schnell seine Kapazität, ab etwa –20°C ist die Zelle unbrauchbar.

Wesentlicher Nachteil eines NiMH-Akklus ist seine recht hohe Selbstentladung. Bereits in den ersten 24 Stunden verliert der Akku bis zu zehn Prozent seiner Kapazität, danach pendelt sich der Verlust pro Tag auf 0,5 bis 1 Prozent ein. NiMH-Akkus sind deshalb nicht geeignet für Geräte wie etwa Feuermelder.

Neuerdings gibt es allerdings auch NiMH-Akkus mit niedriger Selbstentladung. Erreicht wird dies durch die Verringerung von Verunreinigungen bei der Produktion und durch zusätzliche Separatoren in dem Akku.

Mitunter trifft man vor allem in älteren Geräten auch noch Nickel-Cadmium-Akkus. Diese haben eine deutlich geringere Kapazität als NiMH-Akkus und enthalten obendrein das giftige Schwermetall Cadmium. Der Verkauf von NiCd-Akkus ist in der EU seit dem 26. September 2008 verboten. Ausnahmen gibt es nur noch für kabellose Elektrowerkzeuge. Wann immer möglich sollte man Geräte, die noch mit NiCd-Akkus arbeiten durch moderne Varianten mit NiMH- oder Lithium-Akkus ersetzen. Ein Austausch von NiCd-Akkus gegen die oftmals in gleicher Bauform verfügbaren NiMH-Akkus ist in der Regel nicht möglich, da NiMH-Akkus eine aufwendigere Ladeschaltung verlangen als NiCd-Akkus.

In Notebooks kommen heute vor allem Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz. Der Umgang mit ihnen ist dank der in nahezu jeden Akku integrierten Schutzelektronik inzwischen relativ unproblematisch. Li-Ion-Akkus haben eine recht geringe Selbstentladung, verlieren aber durch Alterung auch im unbenutzten Zustand ihre Kapazität. Der Grad der Selbstentladung und der irreversible Kapazitätsverlust sind temperatur- und ladungsabhängig. Ein bei 25°C gelagerter und auf 40 Prozent geladener Li-Ion-Akku verliert nach etwa einem Jahr Lagerung vier Prozent seiner Kapazität. Ein voll geladener Akku hätte unter gleichen Randbedingungen bereits 20 Prozent seiner Kapazität eingebüßt. Es ist deshalb nicht ratsam, einen Li-Ion-Akku permanent voll zu laden. Idealerweise lagert man den Akku bei knapp 15°C und mit 60 Prozent Ladung. So erreicht man einen guten Kompromiss zwischen der Selbstentladung und dem Kapazitätsverlust durch Alterung. Ungenutzte Li-IOn-Akkus sollten spätestens alle 6 Monate (auf 50 Prozent) nachgeladen werden, um eine Tiefentladung und damit eine Schädigung des Akkus zu vermeiden. Achtung: Ein Akku gehört nicht in den Kühlschrank. Das Kondenswasser kann für Kurzschlüsse sorgen.

Nach zwei bis drei Jahren ist ein Li-Ion-Akku aber selbst bei pfleglichster Behandlung unbrauchbar. Ersatzakkus schafft man deshalb besser nicht auf Vorrat an. Beim Einkauf des Akkus sollte man zudem auf das Fertigungsjahr achten.

Lithium-Polymer-Akkus werden vor allem in Handys, Kameras und auch in flachen Notebooks verbaut, weil sie (durch die Polymerstruktur) in beinahe jede Form gebracht werden können. Ihre Handhabung ist ähnlich unkritisch wie die der Li-Ion-Akkus. Zu hohe (über 50°C) und zu niedrige Temperaturen sollte man vermeiden.

Ganz schlecht ist die Tiefentladung: Wenn das Handy sich abschaltet, hat der Akku immer noch eine Restkapazität. Da sich die Lithium-Ionen- und Polymer-Akkus immer selbst entladen (1 bis 2 % pro Monat) kann es nach einigen Wochen zur Tiefentladung kommen, die dazu führt, dass der Akku deutlich schwächer wird. Deshalb: Einen Akku bald nachladen! (Georg Schnurer) / (gs)

zur ganzen Sendung »

Aktuelle Sendung

Sendetermine

c't magazin wird eingestellt

Der Hessische Rundfunk und der Heise Zeitschriften Verlag haben beschlossen, die Kooperation zur Produktion der TV-Sendung c't magazin aus Kostengründen nicht weiter fortzuführen. Der HR und der Heise Verlag bedauern sehr, dieses erfolgreiche Format deshalb zum 25. Juni 2011 einstellen zu müssen.

Sendetermine

c't magazin wird eingestellt

Der Hessische Rundfunk und der Heise Zeitschriften Verlag haben beschlossen, die Kooperation zur Produktion der TV-Sendung c't magazin aus Kostengründen nicht weiter fortzuführen. Der HR und der Heise Verlag bedauern sehr, dieses erfolgreiche Format deshalb zum 25. Juni 2011 einstellen zu müssen.

c't das aktuelle Heft

weitere Informationen »