Vorsicht Kunde! | c't magazin 24.04.2010

Die „beste“ Handyfalle, wie wir kennen:

Hintergrund: Kostenloses Handy, aber fast 400 Euro für einen Download

Vorsicht Kunde! - Talkline Video: Vorsicht Kunde! »

Schnell, teuer und gut versteckt

Guido W. ist entsetzt, dass in wenigen Minuten mehrere hundert Euro Kosten auf seine Freundin zukommen, damit hat er absolut nicht gerechnet. Es ist schon eine ganz besondere Handyfalle. In der Zeitschrift TV14 hat Guido Wegener das Angebot von handyhandy.de entdeckt und gleich angebissen. Das passt gut, denn das Handy seiner Bekannten ist defekt. Also überredet er Andrea, die Bestellung abzuschicken. Das Angebot: Es gibt zwei Handys der Marke Nokia 5230 mit Navi-Funktion kostenlos, dazu ein Gesprächsguthaben in Höhe von 50 Euro und einen Vertrag mit einer effektiven Grundgebühr, wie der Anbieter schreibt, in Höhe von 2,79 Euro im Monat. Die monatliche Grundgebühr ist zwar deutlich höher, dafür bekommt Andrea aber Freiminuten und freie SMS, die sie über den Monat verbrauchen kann.

Online-Handy ohne Online-Vertrag

Was Andrea und Guido übersehen: Die beiden Smartphones sind als Internethandys ausgelegt. Den gesamten Funktionsumfang kann Andrea nur sinnvoll nutzen, wenn die Handys eine Online-Verbindung aufbauen. Und genau hier versteckt sich die Kostenfalle: Der von HandyHandy vermittelte und von Talkline angebotene Vertrag verursacht Online-Kosten, die bis zum 100fachen höher liegen, als bei günstigen Alternativ-Anbietern. So kommt es, dass das einfache Softwareupdate eines gerade gelieferten Handys mit Verbindungskosten in Höhe von knapp 400 Euro zu Buche schlägt.

Was tun?

Wenn Sie das Angebot nutzen: Buchen Sie eine Online-Option hinzu. So haben die die Internet-Verbindungskosten im Griff. Ansonsten werden Ihnen die Internet-by-Call-Tarife berechnet – und die sind unverschämt teuer.

Die angebotenen Handys haben keinen SIM-Lock. Sie können also auch die gebuchte Handykarte von Talkline zur Seite legen und einen anderen, günstigeren Vertrag nutzen. Damit bekommen Sie unter Umständen auch besonders günstige Online-Optionen. Aber Vorsicht: Die in der Werbung angegebenen Monatsgebühren sind sehr oft "schön gerechnet": Oft verrrechnen die Anbieter Freiminuten, Frei-SMS und andere Zugaben mit der monatlichen Grundgebühr. Dieser geringere Beitrag taucht dann groß in der Werbung auf. Die tatsächlich monatlich zu entrichtenden Gebühren sind aber in der Regel höher.

Am besten jedoch fahren Sie, wenn Sie Ihr Handy unabhängig vom Vertrag in einem Laden ohne Vertragsbindung kaufen oder im Netz bestellen und eine Prepaid-SIM-Karte verwenden, mit den entsprechenden Online-Zusätzen. Wer nicht in Vertragsfallen tappen will, dem raten wir: Hände weg von solchen Kombi-Angeboten. Wie der geschilderte Fall deutlich zeigt, werden solche vermeintlichen Schnäppchen schnell zur Kostenfalle.

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c't magazin wird eingestellt

Der Hessische Rundfunk und der Heise Zeitschriften Verlag haben beschlossen, die Kooperation zur Produktion der TV-Sendung c't magazin aus Kostengründen nicht weiter fortzuführen. Der HR und der Heise Verlag bedauern sehr, dieses erfolgreiche Format deshalb zum 25. Juni 2011 einstellen zu müssen.

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