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Aufs Blaue in den nächstgelegenen Elektronikmarkt zu stiefeln, um einen Drucker oder ein Multifunktionsgerät zu kaufen, dürfte ein sicherer Weg in die Frustration sein. Die Aussichten, dort relevante Informationen für den Kauf zu bekommen, sind denkbar gering. Angaben auf den aufgestapelten Kartons sind wenig hilfreich. So sagen etwa die hohen Zahlen zur Druckauflösung bei Tintendrucken im Grunde nichts über deren tatsächliche Druckqualität, die angegebene Seitenleistung nichts darüber, wie lange man fürs Drucken eines Bewerbungsschreibens, der Diplomarbeit oder des Fotokalenders tatsächlich brauchen wird. An andere wichtige Informationen wie etwa zu den Druckkosten kommt man vor Ort ohnehin nicht. Der Druckerkauf sollte deshalb besser vorbereitet sein.
Wichtig ist zunächst, die eigenen Bedürfnisse und Erwartungen genau zu analysieren: Soll der Drucker möglichst viele verschiedene Aufgaben erfüllen oder wird ein Gerät für ein ganz spezielles, eng umrissenes Aufgabengebiet benötigt? Wichtig ist aber auch die Frage nach dem Anschluss: Muss er ans Netz oder genügt USB?
Richtig verbunden
In den meisten Haushalten steht nicht nur ein PC, oft kommt noch ein Laptop oder das Netbook hinzu und ein DSL-Router stellt den Internetzugang für alle Rechner via Ethernet oder WLAN zur Verfügung. Da liegt es nahe, auch den Drucker als Dokumentenzentrale im Netzwerk für alle Rechner zugänglich zu machen. Selbst wenn bislang nur ein einzelner PC vorhanden ist oder der Drucker zunächst nur für den Einsatz an einem einzelnen Arbeitsplatz vorgesehen ist, sollte man weiter in die Zukunft denken. Denn das Nachrüsten mit einem Netzwerkanschluss ist meist teurer, als gleich die entsprechende Modellvariante zu erstehen, und unter Umständen gar nicht möglich. Besonders problematisch ist das bei Multifunktionsgeräten, die per Netzwerk zusätzlich Scandaten auf den richtigen Zielrechner schicken sollen.
Tinte oder Toner
Auf dem Markt für Drucker hat es einige teilweise recht drastische Paradigmenwechsel gegeben. Lange vorhergesagt war, dass reine Drucker zusehends durch Kombigeräte ersetzt würden, die neben dem Druckwerk mindestens noch einen Scanner mitbringen. Wie erwartet ist das Sortiment reiner Tintendrucker im Preissegment unterhalb 100 Euro inzwischen auf wenige Geräte je Hersteller beschränkt. Noch deutlicher vom Aussterben bedroht ist die Spezies hochwertiger A4-Fotodrucker mit sechs Tinten. Dafür haben es sogenannte Bürotintendrucker inzwischen geschafft, mit ordentlicher Druckgeschwindigkeit, großzügig ausgelegter Papier- und Tintenkapazität bei günstigen Gerätepreisen in die einstige Laserdomäne vorzustoßen.
So ist die Frage, ob es ein Laser- oder Tintendrucker sein soll, keine grundsätzliche Entscheidung über die Art des Einsatzes mehr, nach der Formel: Laser ins Büro, Tinte für daheim. Inzwischen finden sich sehr tüchtige Bürogeräte mit Tintendruckwerk auf der einen Seite, auf der anderen Seite finden sich stark verbilligte Farblaserdrucker, die fürs Büro kaum mehr taugen. Auch günstigste Druckkosten sind längst nicht mehr durchweg bei den Laserdruckern anzutreffen – schon gar nicht bei den billigen. Günstige Seitenpreise von deutlich unter zehn Cent für eine Normseite in Farbe und unter zwei Cent in Schwarzweiß findet man vor allem bei ordentlichen Bürotintendruckern und Tintenmultifunktionsgeräten.
Da Laserdrucker ihr Farbpulver auf bis zu 200 Grad erhitzen müssen, um es auf dem Untergrund festzubacken, können sie nur auf Medien drucken, die diese Temperaturen vertragen. Außer Papier und speziellen Folien bleibt da nicht viel übrig. CD- und DVDRohlinge scheiden jedenfalls aus. Und auch für die Fotoreproduktion eignet sich ein Laserdrucker deutlich weniger als ein ordentliches Tintenmodell. Alles in allem sind Geräte mit Tintendruckwerk wesentlich vielseitiger. Ihr größter Nachteil bleibt, dass Tintenausdrucke vergleichsweise empfindlich auf Umwelteinflüsse wie Licht oder Feuchtigkeit reagieren. Auf dem Papier verbackenes Tonerpulver ist dagegen weitgehend resistent.
Am besten kompensieren Tintendrucker von Epson diese Nachteile der Tinte. Sie bringen die Tinte nicht wie beim thermischen Tintendruck der meisten anderen Hersteller durch Erhitzen aufs Papier, sondern durch die Bewegung eines elektrisch animierten Piezokristalls. So kann Epson eine spezielle Tinte namens DuraBrite verwenden. Ihre Pigmente sind mit einer Wachsschicht ummantelt, die sie auf dem Papier fest haften lässt. In den Thermo-Druckköpfen von Canon- und HP-Druckern würde das Wachs schmelzen und die Druckköpfe zerstören. Die Dura-Brite-Tinte ist hinsichtlich Fälschungssicherheit sogar besser als Lasertoner, weshalb die Meldeämter Ausweispapiere und Ähnliches oft mit Epson-Tintendruckern bedrucken.
Wer rastet …
Einen anderen Nachteil teilt jedoch die Epson-Tinte mit ihrer gesamten Zunft: Die Gefahr des Eintrocknens an unerwünschte Stelle, nämlich im Druckkopf. Längere Standzeiten sind Gift für Tintendrucker. Werden sie nicht regelmäßig gebraucht, sorgen sie mitunter selbst dafür, dass ihnen die Tinte nicht austrocknet, indem sie gelegentlich einen Spülvorgang durchführen. Dazu muss der Drucker allerdings wenigstens eingeschaltet sein. Trennungen von der Stromversorgung nimmt er dagegen eher übel und führt beim nächsten Einschalten auf jeden Fall erst einmal eine gründliche Reinigung durch. Die kann wegen der hohen Tintenpreise deutlich teurer sein als die Energiekosteneinsparung durch das Abschalten.
Unbeschadet lagern lassen sich aber auch Laserdrucker nicht in alle Ewigkeit. Zwar hält der Toner nahezu unbegrenzt, dafür wirkt sich langes Stehen hier nachteilig auf die Gerätemechanik aus. Vor allem die Silikonwalze in der Fixiereinheit, die mit recht hohem Druck an die harte keramische Heizwalze gedrückt wird, bekommt nach einigen Wochen leicht eine Delle. Die macht sich dann als breiter Streifen auf bedruckten Flächen wie Bildern bemerkbar. Wer seinen Laserdrucker längere Zeit nicht benutzt, sollte unbedingt nachsehen, ob sich die mechanische Spannung der Fixiereinheit lösen lässt, zum Beispiel durch einen Hebel für die Transportsicherung.
Tintendrucker halten ihre Druckköpfe durch Reinigungsvorgänge in Schuss, bei denen teure Tinte in einen Auffangbehälter gespült wird.
Reine Schwarzweißlaserdrucker eignen sich nur für ein ganz begrenztes Einsatzgebiet, nämlich den reinen Textdruck. Bilder und Grafiken geben sie bestenfalls wiedererkennbar beispielsweise zur Layoutkontrolle wieder. Bunte Balken einer Geschäftsgrafik sind dabei oft nicht mehr auseinanderzuhalten. Man bekommt recht kompakte Vertreter dieser Spezies schon für deutlich unter 100 Euro. Diese zeichnen sich jedoch durch vergleichsweise hohe Druckkosten und eine sehr geringe Tonerkapazität aus, die in manchen Fällen nicht mal für 1000 Seiten reicht. Anschließend wird eine neue Kartusche fällig, die fast so viel kostet wie der Drucker selbst. Solche Modelle eignen sich also nur für Anwender, die ein weitgehend papierloses Büro betreiben und nur sehr selten mal einen Brief (zum Beispiel ans Finanzamt) schreiben.
Schon wer regelmäßig alle ein bis zwei Wochen druckt, fährt mit einem günstigen Bürotintendrucker besser. Die Druckkosten liegen hier bei nur 1,3 Cent für eine Schwarzweißseite, auch in Farbe drucken diese Modelle recht günstig. Für etwa 100 Euro bekommt man hier eine gute Ausstattung mit ordentlichem Papiervorrat, Netzwerkanschluss und automatischem Duplexdruck. Die Tintenpatronen eines solchen Bürotintendruckers sind auf deutlich höhere Kapazitäten als bei herkömmlichen Tintenmodellen ausgelegt: Sie reichen bis zu 1000 Seiten und mehr, sodass man nicht ständig zum Patronenwechsel aufgefordert wird, wenn mal etwas mehr zu drucken ist. Allerdings haben die Patronen ein Verfallsdatum, nach dessen Ablauf sie sich nicht mehr oder nur nach Überwindung einiger Sicherheitsvorkehrungen verwenden lassen – auf eigenes Risiko natürlich. Da die Tinte organischer Natur ist, besteht die Gefahr, dass sie kippt, also geliert oder ausflockt. Im ersten Fall fließt Tinte nicht mehr nach, was unter Umständen zur Zerstörung des Druckkopfes durch Überhitzung führen kann. Im zweiten Fall können die Flocken das Tintensystem bis hin zum Druckkopf zusetzen, was ebenfalls das Ende des Druckkopfes bedeuten kann.
In puncto Druckgeschwindigkeit können die Bürotintendrucker es nicht mit einem aktuellen Schwarzweißlaserdrucker aufnehmen, besonders wenn man ihnen höhere Qualität abverlangt. Dafür drucken sie auch mal ein Foto, randlos und fast in Laborqualität. Schwarzweißlaserdrucker haben ihre Daseinsberechtigung hingegen dort, wo ein textlastiger Output von hohem Volumen produziert wird, wo viele Rechnungen, Zahlenkolonnen, Vertragstexte oder Ähnliches anfallen und in der Woche locker eine oder mehrere 500-Blatt-Papierpackungen durch den Drucker wandern. Dafür eignet sich allerdings kein 100-Euro-Schnäppchen, es sollte schon ein robustes Druckwerk mit einer nominellen Seitenleistung von 16 Seiten pro Minute oder mehr sein. Schließlich will man einen ordentlichen Papiervorrat am besten mit mehreren Kassetten haben, vielleicht automatischen Duplexdruck können und ganz bestimmt eine Tonerkartusche für mindestens 2000 Normseiten, damit man nicht ständig auswechseln muss.
Für die besonders günstigen Farblasermodelle, die inzwischen schon ab 150 Euro angeboten werden, gilt das Gleiche wie für die Schwarzweißschnäppchen: Sie zeichnen sich durch extrem niedrige Tonerkapazitäten und exorbitante Seitenpreise aus. Drucken günstige Schwarzweißlaser in der Regel immerhin noch recht flott, so quälen die Farbvarianten ihre Besitzer obendrein mit lahmem Arbeitstempo von gerade mal vier Farbseiten pro Minute. Wer Farbe braucht, ist bis zu einer Druckkapazität von etwa 1000 Seiten im Monat mit einem robusten Tintendrucker auf alle Fälle besser bedient. Wer mehr druckt, sollte sich nach einem gediegenen Single-Pass-Farblaser umsehen, der hohes Farbdrucktempo mit günstigen Seitenpreisen und ordentlicher Toner- und Papierkapazität vereint. Allerdings wird man für so ein Gerät auch deutlich mehr Geld anlegen müssen. (Tim Gerber)
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c't magazin wird eingestellt
Der Hessische Rundfunk und der Heise Zeitschriften Verlag haben beschlossen, die Kooperation zur Produktion der TV-Sendung c't magazin aus Kostengründen nicht weiter fortzuführen. Der HR und der Heise Verlag bedauern sehr, dieses erfolgreiche Format deshalb zum 25. Juni 2011 einstellen zu müssen.
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