Video: Prüfstand (Workshop) »
Der Preisverfall hat die Navi-Oberklasse nicht verschont: Man bekommt die günstigsten schon ab 300 Euro und zahlt für die teuersten nicht mehr als 450 Euro.
Internet-Navis sucht man immer noch mit der Lupe, nur TomTom hat Geräte mit Mobilfunk im Programm und ist in diesem Test mit dem TomTom Go 940 Live vertreten.
Navigons 8310 wirbt mit einem ausgefeilten Parkleitsystem, während das Harman/Becker Traffic Assist Z205 mit einer besonders fortschrittlichen Spracherkennung Pluspunkte sammeln will. Garmins nüvi 865Tpro lässt sich mit einer Fernbedienung steuern und Falks F12 soll mit Hilfe einer Lernfunktion immer bessere Strecken errechnen. Mittels einer Reiseführer-Datenbank assistiert der iPublish Merian Scout P_Navigator beim Spontanurlauben. Und für Fernsehunterhaltung sorgt das Mio Moov Spirit V735 TV mit DVB-T-Empfänger und 7-Zoll-Display.
Die detaillierten Testergebnisse aller sieben geprüften Navigationssysteme finden Sie in der Printausgabe 18/09 des c't magazins im Artikel "Navi Royal, Navigationsgeräte mit Reiseführer, Internet-Diensten, DVB-T-Fernsehen und Spracherkennung" ab Seite 104. Den Beitrag erhalten Sie auch als PDF-Datei im c't-Kiosk. Hier die Beschreibung der drei in der Sendung vorgestellten Geräte.
Der Günstige: Harman/Becker Travel Assistant Z205
Die „One-Shot- Spracherkennung“ des Harman/Becker Traffic Assist Z205 funk - tioniert mehr schlecht als recht.
Die zu Harman gehörende Firma Becker will bei ihrem Topmodell Traffic Assist Z205 mit einer besonders ausgeklügelten Spracherkennung punkten. Man muss nicht wie bei der Konkurrenz Stadt, Straße und Hausnummer einzeln aussprechen, sondern diktiert das Ziel in einem Rutsch. In der Praxis interpretiert das Gerät die Phrase jedoch häufig falsch. Selbst bei abgeschaltetem Motor führt die Spracherkennung nur bei sehr deutlicher Aussprache zu akzeptablen Ergebnissen. Deshalb wechselt man lieber wieder auf die sehr gut funktionierende, herkömmliche Eingabemethode. Wegen der durchdachten Menüführung hat man häufig angewählte Ziele schnell per Fingertipp ausgewählt.
Das Navi verbindet sich problemlos mit Bluetooth-Handys und wählt auf Wunsch Telefonbucheinträge des Mobiltelefons. Der Angerufene hört den Gesprächspartner zuweilen etwas dumpf.
Bei sehr hellem Tageslicht erkennt man die Inhalte des etwas dunklen Displays nur schwer, obwohl es nicht spiegelt und einen guten Blickbereich aufweist. Zum Glück tönen die Audioausgaben kräftig genug aus dem Lautsprecher, sodass man sich flüchtige Blicke auf den Bildschirm zumeist auch sparen kann.
Bei der Berechnung der Strecken berücksichtigt das Z205 Erfahrungswerte von Verkehrsdichten. Das bestätigte sich auch im Test: Tatsächlich berechnete das Navi zum Wochenende eine Strecke durch die Innenstadt, wobei es während des Berufsverkehrs nach Umgehungen suchte.
Obwohl das Z205 als Straßenscout überzeugt, hebt es sich nicht von billigeren Navis mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung ab. Registriert man sein Gerät innerhalb von 45 Tagen nach dem Kauf, bekommt man immerhin ein zweijähriges Kartenabo für 30 Euro dazu.
Der Zuverlässige: Navigon 8310
Das Navigon 8310 schlägt auch gleich passende Parkmöglichkeiten zum gewünschten Ziel vor und zeigt, was sie kosten.
Die gebürstete Metallfront und das insgesamt robuste Plastikgehäuse des Navigon 8310 hinterlassen einen sehr wertigen Eindruck. Der Bildschirm spiegelt kaum und ist hell genug für Tageslicht. Besondere Mühe haben sich die Entwickler bei der Text-to-Speech-Engine gegeben, die stets zu den Straßennamen die korrekten Artikel hinzufügt. Auch sonst kann die Navigation durch präzise Anweisungen und schnelle Neuberechnungen punk ten. Als Reiseführer möchte man das Navi allerdings nicht benutzen, obwohl es auch schöne Routen berechnen will. Hierbei handelt es sich aber dann lediglich um eine Route, die an möglichst vielen Einträgen der Point-of-Interest-Datenbank entlangführt.
Tippt man auf die Zielwahl, muss man zunächst zwischen Touchscreen und Spracherkennung wählen. Das 8310 blendet auf der Touchscreen-Tastatur automatisch nicht benötigte Zeichen aus. Die Spracherkennung Stadt, Straße und Hausnummer nur getrennt erkennen, was aber oft schon beim ersten Versuch klappt.
Direkt nach der Zieleingabe hat der Nutzer die Wahl zwischen verschiedenen Streckenoptimierungen und kann sich schon bei der Planung zum nächstgelegenen Parkplatz beim Ziel leiten lassen. In den Einträgen stehen auch die Parkgebühren. Die Datenbank ist nur statisch, wird aber mit dem Kartenabo aktualisiert.
Die Navigation leitet mit präzisen Befehlen sicher zum Ziel und auch die Kartenübersicht sieht aufgeräumt aus und zeigt alle wichtigen Informationen an.
Einzig bei der Bluetooth-Freisprecheinrichtung hat man gepatzt, denn der Angerufene hört den Navi-Nutzer seltsam verzerrt und viel zu leise. Um die Aktualität der Karten muss man sich keine Sorgen machen, denn Navigon legt ein zweijähriges kostenloses Kartenabo bei.
Der Umfangreiche: TomTom Go 940 Live
Als einziges Connected- Navi im Test nutzt das TomTom Go 940 Live Internet- Services zur Stau- Ermittlung und für die Zielsuche per Google.
Im TomTom Go 940 Live steckt eine Mobilfunkkarte für Internet-Dienste. Der Datenkanal bringt viele Vorteile wie schnellere und genauere Verkehrsinfos, Wetterdaten oder Google-Suche nach Zielen. TomTom will das Set in naher Zukunft um weitere Dienste ergänzen. Mit Hilfe der Live-Dienste reagiert das Luxus-Navi auf Veränderungen der Verkehrslage schneller als alle anderen, wählt die optimale Strecke und trifft sehr genaue Voraussagen über die Ankunftszeit. Der Nachteil: Der Anwender muss monatlich zahlen. In den ersten drei Monaten erhält er die Live-Dienste kostenfrei, aber danach werden knapp zehn Euro pro Monat fällig. Dafür kann der Nutzer die Live-Dienste in allen Ländern benutzen, in denen sie bislang angeboten werden. Das sind momentan außer Deutschland noch Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und die Schweiz. Bis zum Ende des Jahres sollen noch Portugal und Belgien hinzukommen. Das Angebot ist – anders als die meisten Mobilfunkverträge – monatlich kündbar. Wer den monatlichen Obolus nicht zahlen will und zumindest Verkehrsdienste nutzen möchte, muss sich für knapp knapp 50 Euro einen TMC-Empfänger dazukaufen.
Auch ohne Live-Services überzeugt das 940 Live als Navigator mit innovativen Funktionen und der schnellsten Bedienung, die sich auch per Sprache steuern lässt. Wegen der flotten und gut durchdachten Touchscreen-Steuerung kommt man aber selten in die Versuchung, das Mikrofon zu bemühen.
Das Gerät optimiert Strecken nach Wochentag und Tageszeit, je nach Verkehrsdichte. Diese Erfahrungswerte, bei TomTom IQRoutes genannt, holt sich das Navi allerdings aus einer statischen Datenbank, die im Kartenmaterial enthalten ist. (Daniel Lüders)
Permalink: http://heise.de/-806304
c't magazin wird eingestellt
Der Hessische Rundfunk und der Heise Zeitschriften Verlag haben beschlossen, die Kooperation zur Produktion der TV-Sendung c't magazin aus Kostengründen nicht weiter fortzuführen. Der HR und der Heise Verlag bedauern sehr, dieses erfolgreiche Format deshalb zum 25. Juni 2011 einstellen zu müssen.
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