Video: Schnurer hilft! »
Gerold Lindert aus München fragt: "Hallo Herr Schnurer, bei PC-Verbindungen wird sehr häufig oder fast immer WLAN empfohlen. WLAN führt aber zu Problemen in Häusern mit mehreren Stockwerken. Warum wird die zweite Möglichkeit so wenig empfohlen, mit Powerline zu arbeiten. Welchen Nachteil hat denn dieses System gegenüber WLAN? Ich wäre dankbar, wenn Sie da weitere Informationen geben könnten."
Schnurer hilft!
Auspacken, anschließen, einstöpseln, geht – so schnell lässt sich ein Powerline-Adapterpaar (PLC) in Betrieb nehmen. Für einen sicheren Betrieb reicht das aber nicht, denn die Adapter werden standardmäßig alle mit dem gleichen Passwort versehen. Man muss wie bei WLAN selbst für sichere Verschlüsselung sorgen, mit der mitgelieferten Software also bei seinen PLC-Adaptern ein eigenes, nicht erratbares Passwort einstellen. Sonst hat der Wohnungsnachbar leichtes Spiel beim mitsurfen.
Wenn eine Powerline-Verbindung im Haus oder der Wohnung funktioniert, funktioniert sie oft gut und auch in Situationen, wo WLAN nicht kann. Allerdings erreicht Powerline nie die beworbene Geschwindigkeit: Die 85 oder 200 MBit/s sind die Bruttodatenrate auf dem Medium Stromleitung, die aber nur momentan während der Übertragung eines Datenpakets erreicht wird.
Eine sehr gute Powerline-Verbindung erreicht mit den aktuellen 200-MBit/s-Adaptern auf Anwendungsebene (netto) typisch 70 MBit/s, eine schlechte 10 MBit/s. Wie bei WLAN gilt: Man muss es in seiner eigenen Wohnung ausprobieren, denn deren Stromnetz ist so individuell wie die Funksituation. Mit den 85er-Adaptern liegt der typische Durchsatz etwa bei der Hälfte der 200er.
Und die Nachteile?
Eine der größten Pferdefüße der Powerline-Technik ist ihr recht hoher Energieverbrauch. Ein Adapter-Pärchen gönnt sich typischerweise 8 bis 10 Watt, verursacht also jährliche Stromkosten um die 16 Euro. Weil die Datenübertragung über ein breitbandiges Hochfrequenzsignal (2-30 MHz) geschieht, darf man sich auf heftige Störungen gefasst machen, wenn man gern analogen Kurzwellenrundfunk oder Digital Radio Mondiale (DRM) hört. Immerhin sind die Amateurfunkbänder ausgeblendet, hier kommt es also nicht zu Störungen durch Powerline.
Nicht alle Adapter, auf denen 200 MBit/s draufsteht, können auch miteinander sprechen. Schuld daran sind zwei verschiedene Übertragungssysteme beziehungsweise Chipfamilien, die nicht zueinander kompatibel sind. Wenn man beim wachsenden Heimnetz den dritten oder vierten Adapter nachkauft, sollte das "sortenrein" erfolgen. Die neuen Adapter müssen die gleichen Logos wie die bereits existierenden mitbringen ("HomePlug" bzw. "UPAPLC"). Ebenso können auch die 85er- nicht mit den 200ern-Adaptern kommunizieren. Schuld daran ist der fehlende Standart für Powerline. Idealerweise kauft man zusätzliche Geräte aus der gleichen Serie vom Hersteller der zuerst angeschafften Adapter.
Powerline oder WLAN?
Die sicherste, schnellste, preiswerteste und obendrein zuverlässigste Netzwerkverbindung ist immer noch ein Ethernet-Kabel. Ist eine Verkabelung nicht möglich, oder wird ein "mobiler" Internetzugang gewünscht, bleibt zur Zeit WLAN die erste Wahl. Oft liefert der Internet-Provider ja bereits einen WLAN-tauglichen Router mit, so dass man kaum zusätzliche Kosten hat.
Erst wenn sich per WLAN oder Kabel kein Netzwerk aufbauen lässt, sollte man zum deutlich teureren Powerline-Adapterpaar greifen. Immerhin kostet ein Startset hier gut 65 Euro.
Noch Fragen?
Haben auch Sie eine Frage an unseren unseren Experten? Dann schicken Sie uns diese als Video. Schafft es Ihre Anfrage in die Sendung, schenken wir Ihnen ein exklusives c't-magazin-Computerversteher-T-Shirt. Mehr Informationen darüber, wie Sie uns Ihr selbstgefilmtes Video schicken können, finden Sie auf unserer Webseite. (Georg Schnurer)
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(gs)
Permalink: http://heise.de/-402931
c't magazin wird eingestellt
Der Hessische Rundfunk und der Heise Zeitschriften Verlag haben beschlossen, die Kooperation zur Produktion der TV-Sendung c't magazin aus Kostengründen nicht weiter fortzuführen. Der HR und der Heise Verlag bedauern sehr, dieses erfolgreiche Format deshalb zum 25. Juni 2011 einstellen zu müssen.
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