Prüfstand (Workshop) | c't magazin 24.08.2009

Top oder Flop?

Hintergrund: Schnurer’s Einkaufstour (3SAT)

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Blau macht glücklich

Der mattweiße Rahmen von Philips’ 22"-LCD leuchtet auf Wunsch in kühlem Blau.

Der Leuchtrahmen des 220X1SW soll nicht nur als schicker Blickfang dienen, sondern laut Philips auch einer Ermüdung der Augen vorbeugen. Seine Helligkeit lässt sich in drei Stufen verstellen. Mit Leuchtdichten von rund 20, 35 und 45 cd/m2 ist er im Allgemeinen deutlich dunkler als das Display und blendet somit bei Tageslicht nicht. Wer sich auf den therapeutischen Nutzen nicht verlassen will, kann den Light-Frame mit einem Knopfdruck abschalten.

Das TN-Panel mit einer Auflösung von 1680 x 1050 Bildpunkten erreicht in Sachen Winkelabhängigkeit durchschnittliche Ergebnisse: Die Farben verblassen nur leicht, wenn man von den Seiten auf den Schirm schaut und Weiß wird etwas gelbstichig. Schlechter schneidet der Schirm in der Ausleuchtung ab: An den Rändern ist der Schirm deutlich abgeschattet und in der Bildmitte sieht man wolkige Bereiche.

Dank HDCP-Unterstützung lässt sich der Monitor direkt an HD-Zuspielern betreiben. Die HD-Formate 720p, 1080i und 1080p streckt er jedoch auf seine 16:10-Bildfläche und bei 1080i flimmern die Zeilen. Besser klappt es, wenn man die (HD-) Videos am PC abspielt, sodass Grafikkarte und Softwareplayer die Skalierung und das Deinterlacing übernehmen. Mit einem Overdrive hat Philips den 220X1SW auf flotte Reaktionszeiten getrimmt: Ohne aktive Beschleunigung benötigt er für einen Bildwechsel (grey-togrey) rund 14 ms, mit sind es knapp 4 ms – ohne Latenzen bei der Bildausgabe. Der Philips 220X1SW wird im Handel für knapp 250 Euro angeboten.

Lesebrett

Die beim Weltbild-Verlag erhältliche Version des Cybook ist mit 240 Euro der derzeit günstigste E-Book-Reader und unterstützt PDF und den offenen Standard EPUB.

Bisher war das Cybook Gen3 von Bookeen als Import aus Frankreich zu haben und konnte die als EPUB-Bücher verfügbaren Bestseller vieler Verlage nicht anzeigen. Der Weltbild-Verlag bietet das Gerät nun für 240 Euro mit neuer Software und EPUB-Unterstützung an, das Buchangebot liefert ein Online-Shop. Der leichte und schlanke Reader nutzt die von anderen E-Book-Readern bekannte E-Ink-Technik, bei der Texte gestochen scharf und wie auf Umweltpapier gedruckt aussehen. Das 6-Zoll-Display ist blickwinkelunabhängig und auch bei hellem Sonnenlicht bleiben die Seiten gut lesbar. Da der Reader über keine aktive Beleuchtung verfügt, ist im Dunkeln eine Leselampe nötig. Das Display stellt nur vier Grautöne dar, was für einfache Grafiken und Bildelemente aber reicht.

Bei der Bedienung erweist sich das Cybook für einen E-Book-Reader recht flott. Über ein Navigationskreuz auf der Vorderseite steuert man durch die Menüpunkte, an der linken Seite sind Buttons für Musikplayer und Hauptmenü sowie eine Zurück- und eine Löschen-Taste angebracht. Rechts befinden sich Knöpfe zum Steuern der Lautstärke. Bücher, Bilder und Musikstücke sind wahlweise in einer zusammengefassten Liste oder in der Ordnerstruktur darstellbar. Für Bücher reicht das 6-Zoll-Display mit 800 x 600 Pixeln aus, insbesondere EPUB-Dokumente stellt das Cybook gut dar und bietet zwölf Schriftgrößen an. Bei PDFs kann der Anwender durch verschiedene Zoomstufen wechseln, jedoch wird der Textumbruch nicht an die Reader-Breite angepasst, sodass man bei großformatigen Seiten vertikal und horizontal scrollen muss – für das Lesen längerer DINA4-Dokumente inakzeptabel. Das für E-Ink-Displays übliche und etwas störende Invertieren beim Umblättern kann man deaktivieren. Das führt allerdings dazu, dass die Schrift der vorherigen Seite nicht vollständig verschwindet. Das Blättern dauert zwischen einer und zwei Sekunden.

Lesestoff

Leseproben von zwölf Romanen werden mitgeliefert, weiteres Lesematerial kann der Anwender per USB auf das Gerät laden; es wird in Windows, Mac OS und Linux als Massenspeicher erkannt. Das Cybook liest PDF- und EPUB-Dokumente sowie TXT und HTML, aber das in früheren Firmware-Versionen unterstützte Format Mobipocket erkennt es nicht mehr. Um DRM-geschützte Bücher (EPUB oder PDF mit Adobe DRM) zu betrachten, muss auf dem PC die Adobe-Software Digital Editions für Windows und Mac OS installiert sein. Ebenfalls erforderlich ist ein Nutzerkonto bei Adobe, über das man bis zu sechs PCs oder E-Book-Lesegeräte für seine kopiergeschützten Bücher freischalten kann.

Der Weltbild-Verlag betreibt seinen Online-Shop in Kooperation mit dem Buchhändler Ciando. Vor allem Sachbücher in den Sparten Computer, Wirtschaft und Ratgeber sowie Belletristik werden angeboten, die meisten Bücher als für kleine Displays angepasste PDFs. Als kopiergeschützte EPUB-Dokumente sind ungefähr 1500 Bücher verfügbar, darunter auch einige Bestseller. Kopiergeschützte oder DRM-freie PDFs und EPUBs anderer Händler wie beispielsweise Libri.de, bol.de oder beam eBooks kann man ebenfalls auf das Gerät laden.

Der Akku schafft unter Laborbedingungen (ein Seitenwechsel alle zwei Sekunden) rekordverdächtige 10 500 Seiten. In der Praxis reicht das für mehrere dicke Romane. Auch beim Abspielen von MP3-Dateien läuft das Cybook mit über 12 Stunden sehr lange und entspricht bei der Abspielqualität einem günstigen MP3-Spieler. Allerdings fehlen jegliche Sortiermöglichkeiten: Alle Dateien im Musik-Ordner auf Cybook oder SD/HC-Karte landen in einer alphabetisch sortierten Abspielliste ohne Anzeige der Spieldauer.

Unterm Strich erhält man mit dem Cybook Gen3 einen schlanken, leichten EBook-Reader mit langer Laufzeit und guter Anzeige für EPUB-Dokumente. Zum Betrachten großformatiger PDF-Dateien oder Dokumente mit farbigen Grafiken eignet er sich eher nicht. (Stefan Porteck, Achim Barczok) / (gs)

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Der Hessische Rundfunk und der Heise Zeitschriften Verlag haben beschlossen, die Kooperation zur Produktion der TV-Sendung c't magazin aus Kostengründen nicht weiter fortzuführen. Der HR und der Heise Verlag bedauern sehr, dieses erfolgreiche Format deshalb zum 25. Juni 2011 einstellen zu müssen.

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