Vorsicht Kunde! | c't magazin 28.08.2010

Vorsicht Kunde!

Hintergrund: Kabelsalat – Wie ein paar Meter Telefonleitung eine Familie zum Wahnsinn treiben

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Kollege kommt gleich!

Als Stefan P. bemerkt, dass die Telefon-Leitung tot ist informiert er vom Nachbartelefon aus seinen Provider 1&1. Vier quälend lange Tage verbringen die P.s mit Versuchen, die Störung zu schildern und sich Hilfe zu holen. Doch das klappt nicht. Denn offensichtlich ist es sehr schwierig, die Ursache für das Problem zu finden. Dann scheint klar: Eine alte Leitung im Haus ist kaputt.

Und endlich kommt ein von 1&1 beauftragter Techniker der Telekom. Und der beginnt mit der unglaublichen Verdrahtung. Auf dem Montagebericht lässt er sich von Stefan P.s Frau quittieren, dass die Vermieterin der Wohnung oder die Familie selbst für die finale Verkabelung im Haus zuständig seien.

Jeanette P. kann es auch heute noch nicht fassen:
„Das geht ja gar nicht, wie sollen wir das hinkriegen, da hat er gesagt, er ist auch nicht dafür zuständig, er kann jetzt nicht mit einem Kran ankommen und uns das Kabel verlegen.Wenn Sie das nicht können, dann können wir das doch erst recht nicht.“

Gefährlicher Standard?

Kann das wirklich sein? Wir wollen von der Telekom wissen: Entspricht solch eine schlampige Verlegung mit vielen Stolperfallen etwa dem Standard? Und warum liegen die Kabel auch Wochen später provisorisch in der Wohnung der P.s herum? Fakt ist: die Telekom kann die defekte Leitung nicht einfach so reparieren. Denn dazu müsste sie Eingriffe am Haus vornehmen.

George-Stephen McKinney, Sprecher der Deutschen Telekom erklärt dazu, diese Form der Verkabelung sei nicht natürlich Standard der Telekom. Der beauftragte Subunternehmer hätte es gut gemeint mit Familie P. und wollte den Anschluss so schnell wie möglich wieder funktionsfähig machen.
Darüber hinaus sei bei solchen Fällen immer die Erlaubnis des Hauseigentümers nötig, sobald sichtbare Arbeiten am Haus durchgeführt werden müssen.

Doch die Erlaubnis bekam die Telekom nicht. Als Stefan P. seine Vermieterin anruft, erfährt er von ihr, dass sie einen örtlichen Techniker mit der endgültigen Reparatur beauftragt hat. Der habe aber leider im Moment Terminprobleme.

Und so warten die P.s sehnsüchtig darauf, dass das gefährliche Kabelchaos in ihrer Wohnung beseitigt wird - und sie sich endlich wieder den schönen Dingen des Lebens widmen können.

Initiative

Inzwischen hat 1&1 auf eigene Rechnung einen Techniker geschickt, der das Problem gelöst hat. Er war pfiffig, hat die Hauptdose des Telefonanschlusses im Schlafzimmer der Familie gefunden. An diese Dose hat er Telefon und Internet angeschlossen und alles funktionierte wieder einwandfrei. Ohne neue Kabel und großen Aufwand. (Uli Geiger)

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c't magazin wird eingestellt

Der Hessische Rundfunk und der Heise Zeitschriften Verlag haben beschlossen, die Kooperation zur Produktion der TV-Sendung c't magazin aus Kostengründen nicht weiter fortzuführen. Der HR und der Heise Verlag bedauern sehr, dieses erfolgreiche Format deshalb zum 25. Juni 2011 einstellen zu müssen.

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