Bei der Sendersammlung handelt es sich um eine einfache ASCII-Datei. Jeder
Datensatz steht in einer Zeile; die Felder sind durch TABs getrennt.
Reihenfolge und Bedeutung der Felder
laicid
channel
gk
conf_laicid
conf_laicidgk
conf_laicidchan
conf_gk
conf_gkchan
lastseen
Die ersten drei Felder enthalten die eigentlichen Netzplan-Informationen:
laicid
enthält, sofern bekannt, die numerische Location Area Identity (LAI)
sowie die Cell Identity (CID) des Senders im Dezimalsystem, getrennt durch
einen Doppelpunkt (nähere Erklärung hier).
Das Feld channel enthält die Kanalnummer der Leitfrequenz
(BCCH) des betreffenden Senders, das Feld
gk die von diesem
Sender auf CB-Kanal 221 ausgestrahlte Gauß-Krüger-Koordinate.
Die restlichen Felder habe ich mir einfallen lassen, um die Verlässlichkeit
der jeweiligen Information abschätzen zu können. Sie werden von
meinem Import-Skript gepflegt, aber ich werte sie bisher nicht aus. Bei
den Werten conf_* handelt es sich um Punkte für die
Verlässlichkeit gewisser Informationen beziehungsweise Zusammenhänge.
lastseen
ist der Zeitpunkt der letzten Änderung an dieser Datenzeile in Sekunden
seit dem 1. 1. 1970 (mit diesem Datumsformat lässt sich in Perl
besonders gut rechnen).
Wenn immer ich Informationen in die Datei "importiere", die dort bereits
vorhanden sind, erhöht sich die Punktzahl entsprechend. Je mehr Punkte,
desto besser ist die betreffende Information also gesichert.
Die Felder bedeuten im Einzelnen:
conf_laicid: Diese Kombination aus LAI und CID gehört
zum Viag-Netz
conf_laicidgk: Der Sender mit dieser LAI:CID strahlt diese
Gauß-Krüger-Koordinate aus
conf_laichdchan: Der Sender mit dieser LAI:CID hat diese
Leitfrequenz (BCCH)
conf_gk: Diese Gauß-Krüger-Koordinate gehört
zum Viag-Netz
conf_gkchan: Der Sender mit dieser Gauß-Krüger-Koordinate
hat diese Leitfrequenz
Ich vergebe für Daten, die manuell erfasst wurden, 2 Punkte. Daten,
die mittels Nobbis Monitorsoftware ermittelt werden, bekommen 10 Punkte.
Ein Beispiel für die Interpretation einer Datenzeile:
10108:21402 615 361112597237 2 2 2 8 2 939469892
Das bedeutet:
laicid
10108:21402
channel
615
gk
361112597237
conf_laicid
2
conf_laicidgk
2
conf_laicidchan
2
conf_gk
8
conf_gkchan
2
lastseen
939469892
Offensichtlich (conf_gk = 8) wurde die Koordinate 361112597237
von vier Sendersuchern beziehungsweise bei vier verschiedenen Gelegenheiten
gesichtet, letzte Änderung des Datensatzes am 9. 10. 1999 um 13:51
Uhr (wie war das nochmal, eine Stunde hat 3600 Sekunden, ein Tag 24 Stunden...).
Dass zu dieser Koordinate die genannte Frequenz und die genannte LAI/CID
gehört, wurde hingegen bisher nur von einem Sendersucher behauptet
(übrige Punktzahlen = 2).
Auswertung
Zurzeit enthält die Senderliste zahlreiche Fehler. Dabei gibt es im
Wesentlichen vier Fehlerquellen:
Ablese-, Tipp- oder Übertragungsfehler bei manuell vom Handy-Display
übernommenen Koordinaten
Synchronisationsfehler bei manueller Arbeit mit dem Monitor-Mode
diverser Handys (LAI/CID gehört nicht zur angegebenen Koordinate)
Synchronisationsfehler bei Benutzung von Nobbis
Monitorsoftware: In einer frühen Version der Software kam
es mit dem Siemens S25 gelegentlich zu falschen Zuordnungen (empfangene
Koordinate gehört nicht zur protokollierten LAI/CID, weil das Handy/die
Software einen Zellenwechsel verpennt hat). Sollte inzwischen behoben sein,
aber wer weiß ...
Nachträgliche Änderungen der ausgestrahlten Koordinaten
durch Viag. Die von den Sendern ausgestrahlten Koordinaten sind
ja bekanntlich nicht die wirklichen
Senderstandorte, sondern liegen ungefähr auf einem Kreis um den jeweiligen Standort.
Wenn Viag die Antennen ein bisschen dreht, könnten sie auch die Koordinaten
anpassen. Überhaupt schreibt niemand Viag vor, die echten Standorte
auszustrahlen; denkbar, aber noch nicht beobachtet, wäre es, einen
Sender virtuell um ein paar zig oder hundert Meter zu verlagern. Es wurde
definitiv schon beobachtet, dass Viag Senderkoordinaten nachträglich
verändert hat, meist nur um 1 oder 2 in der letzten Ziffer.
Man müsste sich mal an die Arbeit machen, diese Fehler systematisch
zu beseitigen, indem man zum einen die oben erwähnten Zuverlässigkeitspunkte
auswertet, zum anderen diverses Wissen um das Viag-Netz auswertet (drei
auf einem Mast; Vergabealgorithmus der CID etc.).
Wer Lust hat, daran mitzuwirken, überlege sich, wie wir das machen
wollen. Ich bin von dem Erfolg des Sendersuchprojekts selbst etwas überrascht
-- die Anzahl der Senderspender und die daraus resultierende Datenmenge
ist doch beachtlich. Eigentlich gehört so etwas in eine vernünftige
Datenbank. Leider habe ich nur eine unhandliche ASCII-Datei, die ich mit
rudimentären Perl-Skripten pflege (immerhin hoffe ich, dass ich keine
640-K-Grenze habe ;-) ) sowie ein recht begrenztes Zeitkontingent. Mails
mit dem Hinweis, dass diese und jene Koordinate vermutlich falsch ist,
sind zwar nicht unwillkommen, bedeuten aber jedes Mal aufwändige Handarbeit.
(Sorry, Ralf, ich bin immer noch nicht dazu gekommen, deine sehr konstruktiven
Auswertungen auszuwerten.) Aber: Kommt Zeit, kommt Java ...
Träumerei
Mal angenommen, Viag Interkom würde mir einfach die vollständigen
Netzplandaten geben, und zwar nicht nur einmal, sondern vielleicht sogar
monatlich. Dann wäre nächtelange Programmierarbeit für Import-Skripte
und Plausibilitätsprüfungen plötzlich wertols. Hunderte
von Sendersuchern stünden mit einem Schlag ohne Hobby da. Abend
für Abend würde ich da sitzen und mich grämen, dass ich
so wenig E-Mails bekomme.
Andererseits könnte ich mich damit beschäftigen, wie man
die zahlreichen kostenlos im Web verfügbaren geographischen Informationen
auswertet und zu einer Karte zusammenfasst, die dann hinter dem Netzplan
erscheint und das Ganze erst so richtig sinnvoll macht. Oder mal richtig
Klavier spielen lernen.
Ich habe Viag gefragt und darum gebeten, nicht voreilig nein zu sagen.
Mal schauen, wie die Antwort ausfällt und wann sie kommt ...