ghi@c't > DVD > DVD-FAQ > Die Unterschiede zwischen NTSC und PAL
Zum Transfer von Filmen (24 Frames pro Sekunde, fps) nach NTSC wird das Bild geringfügig verlangsamt und mit einem komplexen Verfahren namens 3:2-Pulldown auf DVD gebannt. Aus vier Filmbildern (1,2,3,4) werden zehn Halbbilder gewonnen (1a, 1b, 1c, 2a, 2b, 3a, 3b, 3c, 4a, 4b), die ein PC-Player wieder zu vier Ganzbildern zusammenflickt (1ab, 2ab, 3ab, 4ab) und unterschiedlich oft ausgibt (1, 1 ,1, 2, 2, 3, 3, 3, 3, 4, 4). Dabei entsteht ein leichtes Ruckeln ("Judder").
Eine Illustration und genauere Erklärung von 3:2 Pulldown steht in c't 8/2004, S. 139. [beim Heise Kiosk kaufen]. Eine englischsprachige Beschreibung des Telecine-Verfahrens (3:2 Pulldown) und dem Einfluss auf Progressive Scan Displays (Projektoren, Monitore) findet sich auf DVDfile.
Statt 3:2 Pulldown wird für PAL-Transfers das Bild um vier Prozent beschleunigt -- also von 24 fps auf 50 Bilder pro Sekunde. Dadurch laufen die Filme 1,04-mal schneller und sind dementsprechend um 4 Prozent kürzer -- ganz ohne Zensur.
Die beschleunigten Bilder werden beim Encoding in Halbbilder zerlegt und lassen sich von einem Progressive DVD Player ohne Judder wieder zusammenfügen. Das Manko: Kaum ein LC-Display oder Projektor nimmt Progressive-Signale mit 50 Hz vom PC an.
Für Standard-Videobilder und Letterbox-Filme am Monitor beträgt die optimale Auflösung 800x600 Pixel -- hier kommen sowohl NTSC- als auch PAL-Bilder im Format 4:3 gut unter, ohne das Bild herunterskalieren zu müssen.
Anamorphe Bilder werden nach den Seiten gestreckt, so dass sie in einem Seitenverhältnis von 16:9 dargestellt werden. Dabei wachsen NTSC-Bilder auf 853x480 Pixel, PAL-Bilder sogar auf 1024x576 Pixel. Um diese Bilder ohne Verluste bei der Auflösung am Bildschirm darzustellen, bietet sich eine Bildschirmauflösung von 1024x768 Pixel an. (Demzufolge reicht auch ein SVGA-Projektor nicht aus, um Breitbild-DVDs in voller Pracht wiederzugeben.)


Die beiden animierten GIFs oben demonstrieren das Prinzip -- links NTSC, rechts PAL. Die Farbtiefe ist übrigens irrelevant; DVD-Decoder benutzen i.d.R. ein Overlay, in das sie ihren eigenen Farbraum injizieren..
Fehlt was? Stimmt was nicht? Ist ein Link putt? Bitte Mail an mich.
Inhalt & Design © 2011 by Gerald Himmelein / Heise Zeitschriften Verlag