The Economist über Grokster
Das renommierte US-Wirtschaftsblatt
The Economist hat einen interessanten Artikel über das Grokster-Urteil vom Montag veröffentlicht.
Nine elderly judges [...] struck what looks like the best available balance under current laws between the claims of media firms, which are battling massive infringements of their copyrights, and tech firms, which are keen to keep the doors to innovation wide open [...].
http://www.economist.com/printedition/displayStory.cfm?Story_ID=4128994
Die Analyse der namenslosen Journalisten des Economist schießt nicht übers Ziel hinaus wie viele andere "Analüsten": Tatsächlich stellt von der Unterhaltungsindustrie ekstatisch gefeierte Urteil nur fest, dass eine Firma gerichtlich belangt werden kann, wenn sie ein Produkt damit bewirbt, dass es Rechtsverstöße ermöglicht. Die Supreme Court gab damit kein grünes Licht, dass der Hersteller jedes Produkts verklagt werden kann, mit dem man gegen Recht verstoßen kann.
Dabei begrenzte die aktuelle US-Rechtslage den Interpretationsspielraum des Gerichts:
The Supreme Court [...] was struggling to apply a copyright law which has grown worse than anachronistic in the digital age. That's something Congress needs to remedy.
Die Schlussfolgerung des Economist: DRM sei gerechtfertigt, die Laufzeit von Copyrights (in den USA derzeit 95 Jahre) dagegen nicht. Der Artikel äußert die Meinung, die Geltungsdauer des US-Copyrights solle wieder auf seine ursprünglichen 14 Jahre beschränkt werden; das biete den Medienkonzernen mehr als genug Zeit zur Profitmaximierung -- und den Kunden die Möglichkeit, ältere Titel ohne Einschränkungen und ohne Gesetzesbruch zu nutzen.
(Kleine Korrektur am Rande: Der Artikel behauptet, Napster sei als legaler Dienst wiedereröffnet worden. Die Realität sieht so aus, dass Roxio den Napster-Namen gekauft hat und das bekannte Label für seinen Bezahl-Musikdienst nutzt. Das alte und neue Napster haben nur den Namen gemeinsam.)
Zuletzt geändert am 01.07.2005 um 19:19
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