Egon bringt mir kein Glück

Das c't-Editorial für Heft 12/2004 war eine schwere Geburt. Ich hatte viele Ansätze im Kopf und habe dann zunächst ausgerechnet den schwächsten davon umgesetzt: eine Konversation mit Egon, einem fünf Jahre zuvor erstmals vorgestellten fiktiven Freund (in Heft 11/1999).

Kopfschüttelnd gab mir die Chefredaktion meinen gescheiterten Versuch, Egon wiedereinzuführen, wieder zurück. Der Text sei schwach, bemüht, langatmig und stellenweise fachlich falsch. Mächtig enerviert zog ich mich in einen unbelegten Raum zurück und hackte in etwa zwanzig Minuten ein neues Editorial in die Tasten meiner neues FensterDana. Es mussten später noch ein paar Wortwiederholungen ausgemerzt werden, aber ansonsten war's das dann. (Als Vergleichswert: Am ersten Versuch hatte ich über eine Stunde lang gesessen.)

Eigentlich gab es mehr als genügend Indizien, dass der erste Versuch schlecht war. Zunächst wäre da der Umstand, dass das erste Egon-Editorial von den meisten Lesern missverstanden wurde. Dass mir der Text damals misslungen war, bezeugen die Briefe -- die meisten waren der Meinung, ich wolle damit unterstreichen, dass Computerspiele einen schädigenden Einfluss auf Kinder haben. Das alte Problem mit der Ironie (Grundregel des Journalismus: Ironie versteht keiner).

Ein unmoralisches Angebot

Jetzt habe ich also dieses abgelehnte Editorial für Heft 12/2004 auf der Festplatte liegen, das bisher nur fünf Kollegen zu sehen bekommen haben. Und da ich zu diesem Nicht-Blog bislang noch kaum Feedback erhalten habe, will ich doch mal sehen, wer mich hier überhaupt liest. Einmaliges Angebot: Senden Sie mir eine Mail mit dem Betreff "Ich will das Editorial" und ich schicke es Ihnen. Meine E-Mail-Adresse finden Sie hier.

Zwischenstand 30.6.2004: Acht Leser (davon ein Ex-Kollege).

Verfasst am 04.06.2004 um 17:52
Zuletzt geändert am 27.12.2004 um 18:14

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