Wie man Bilder auf seiner Webseite sichert

Die Frage kommt immer wieder: "Wie sichere ich die Bilder auf meiner Website davor, dass der Besucher sie auf seiner Festplatte speichert?" Hier die ebenso kurze wie endgültige, wenn auch sicherlich unerwünschte Antwort: "Es geht nicht".

Begründung: Jeder "Schutz" lässt sich aushebeln. Verbreitet sind folgende Methoden:

  1. JavaScript zur Blockade der rechten Maustaste
    • Schlecht, weil: die meisten dieser Skripte gleichzeitig die mittlere Taste und das Scrollrad vieler Mäuse blockieren. Das ist sehr ärgerlich und verleidet dem Besucher das Surfen.
    • Gegenmittel: JavaScript lässt sich in allen Browsern abschalten. In Mozilla/Firebird kann man sogar selektiv bestimmte Funktionen deaktivieren.
    • Gegenmittel: Bilder landen dennoch im Browser-Cache, aus dem sie entweder mit dem Windows-Explorer oder einem Cache-Explorer gepfriemelt werden können. MSIE verändert dabei nicht einmal den Dateinamen.
  2. JavaScript zum Nachladen der Bilder
    • Schlecht, weil: Besucher mit ausgeschaltetem JavaScript leere Seiten zu sehen bekommen, meist ohne eine Erklärung der Problemursache.
    • Schlecht, weil: die Besucher Scripting aktivieren müssen, was sie den Sicherheitslöchern ihres Browsers aussetzt. Und das nur, weil der Site-Betreiber wegen seiner Bilder paranoid ist.
    • Gegenmittel: siehe Punkt 1.
  3. Verpackung in Flash-Filmen
    • Schlecht, weil: Besucher ohne Plug-in leere Seiten zu sehen bekommen (s.o.).
    • Gegenmittel: Es gibt zahlreiche Flash-Decompiler, die Bilder und Töne aus Flash-Animationen extrahieren. (Nebenher: Wer unbedingt Inhalte klauen will, wird auch vor der Besorgung eines gecrackten Flash-Decompilers nicht zurückschrecken.)
    • Gegenmittel: Bildschirm-Screenshots von derart "geschützten" Inhalten stellen auf keinem aktuellen Betriebssystem ein Problem dar.
  4. Verpackung in Java-Applets / proprietäre Plug-ins
    • Schlecht, weil: Besucher ohne installiertes Java überhaupt nichts zu sehen bekommen, meist ohne Erklärung. Surfer mit MSIE haben oft keine Java Virtual Machine installiert und müssen erst 4 MByte aus dem Netz saugen, um ein paar Bilder zu betrachten.
    • Schlecht, weil: Wer weiß, was für Sicherheitslöcher in einem unbekannten Plug-in lauern.
    • Gegenmittel: siehe Punkt 3.

Wer Zeit mit der Sicherung seiner Bilder nach einer der obenstehenden Methoden verschwendet, kann sich genausogut aus dem Web verabschieden. Wer Geld für ein solches Werkzeug ausgibt, kann es genausogut im Klo wegspülen. In dieselbe Kategorie ("überflüssig und schädlich") fallen übrigens Tools, die den HTML-Code von Webseiten "verschlüsseln".

Zwei Wege, die funktionieren:

  1. Wasserzeichen verhindern den Klau nicht, vereinfachen aber die Nachverfolgung. Beim professionellen Bilderklau bleibt oft nichts anderes übrig, als die Diebe mit dem Anwalt zu konfrontieren. Heißer Tipp für Privatpersonen: Rechtssschutzversicherung abschließen.
  2. Deutlich sichtbare Copyright-Hinweise verhindern auch keinen Diebstahl, erzeugen aber klare Verhältnisse (und führen vielleicht sogar dazu, dass der interessierte Besucher das Bild zur Weiternutzung lizensiert).

Kurioserweise kommt die Frage "wie sichere ich meine Bilder" immer wieder, etwa im Monatsrhythmus. Die Frage "wie kriege ich die Bilder einer Website auf meine Platte" kam noch nie. In fünf Jahren nicht. Daraus ergibt sich eine von zwei Schlussfolgerungen:

Sollten Sie, Leser dieser Zeilen, gerade vor der Entscheidung stehen, Zeit mit dem Schutz Ihrer Bilder zu verschwenden, müssen Sie sich nochmal den Sinn des Internet vor Augen halten: Es dient dazu, Informationen mitzuteilen und Inhalte anzubieten.

Verfasst am 08.12.2003 um 14:44
Zuletzt geändert am 19.01.2004 um 22:07

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