Usability ist unnötig
"Ninety percent of all usability testing performed on Web sites is useless,"
schreibt Lane Becker, von dem ich noch nie zuvor etwas gelesen habe. Das soll nicht heißen, dass Usability grundsätzlich verzichtbar wäre, sondern vielmehr, dass nur 10 Prozent aller Usability-Studien tatsächlich die benötigten Ergebnisse liefern. Becker macht die folgenden Schwachstellen aus:
- Quantitative Erhebungen helfen wenig ohne Kontext, da sie nur Probleme nennen, nicht aber deren konkrete Ursachen.
- Externe Usability-Tester helfen nur begrenzt; Insider bringen mehr Interesse und themenbezogene Kompetenz mit. (Jakob Nielsen wird sich vermutlich verschluckt haben, als er diesen Punkt las.)
- Usability-Tests müssen kontinuierlich stattfinden, statt in langatmigen, einmaligen Studien.
- Externe Usability-Tests sind für die meisten Unternehmen zu teuer. Übernimmt man die Aufgabe selbst, spart man auch noch Geld.
- Extern verfasste Usability-Studien setzen die Web-Designer unter hohen Druck, ihr Design auf dieser Kritik basierend zu überarbeiten. Interne Usability-Tests führen eher zu kreativen Lösungen.
http://www.adaptivepath.com/publications/essays/archives/000328.php
Es steht wohl außer Zweifel, dass sich Becker mit seinen fünf Thesen einen Namen machen will. Man sollte sich allerdings auch bewusst sein, dass diese Thesen den Vorschlägen des Usability-Gurus Jakob Nielsen keineswegs widersprechen -- auch Nielsen ist der Meinung, dass interne und häufige Usability-Tests die Ergebnisse verbessern.
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Zuletzt geändert am 16.06.2004 um 15:58
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